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Bahnfahren als Abenteuer

Ist genervt von langen Wartezeiten auf Bahnhöfen: Helmut Dammann-Tamke
jd. Harsefeld. Der CDU-Landtagsabgeordnete Helmut Dammann-Tamke ärgert sich über die vielen Zug-Verspätungen. "Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen", schreibt der Dichter Matthias Claudius. Auch der Landtagsabgeordnete Helmut Dammann-Tamke kann einiges erzählen. Und zwar von seinen Erlebnissen mit der Deutschen Bahn (DB). Wenn der CDU-Politiker in einen Zug des Staatsunternehmens steigt, begibt er sich quasi auf eine Reise ins Ungewisse. "Jede Fahrt ist ein neues Abenteuer", meint Dammann-Tamke: "Ich weiß nie, wann ich am Ziel ankomme."

Verspätungen und verpasste Anschlusszüge sind für den Politiker inzwischen zur Normalität geworden. Will er von seinem Heimatort Ohrensen nach Hannover fahren, um an den Plenarsitzungen teilzunehmen, bricht er mittlerweile eine Stunde früher auf als noch vor ein paar Jahren. Doch selbst dieser "Puffer" sei keine Garantie dafür, dass er rechtzeitig im Landtag erscheine, so Dammann-Tamke: "Glücklicherweise muss ich kein Strafgeld wie die Kollegen von der SPD-Fraktion zahlen, wenn ich mich verspäte." Sonst wäre er schon ein halbes Vermögen losgeworden.

Bis etwa 2008 sei er ein "hochzufriedener" Bahnkunde gewesen, meint der Landtagsabgeordnete. Danach habe die Pünktlichkeit der Züge auf vielen DB-Strecken rapide nachgelassen. "S-Bahn und Metronom nehme ich ausdrücklich von meiner Kritik aus", sagt Dammann-Tamke. Doch beim Umsteigen im Harburger Bahnhof gehe das Elend los. Der ICE aus Hamburg-Altona treffe dort oftmals schon mit fast einer halben Stunde Verzögerung ein. "Das kann ich absolut nicht nachvollziehen, wie die Bahn eine solche Verspätung auf einer nur 20 Kilometern langen Wegstrecke hinbekommt."

Auch die Fahrten in die Bundeshauptstadt seien immer wieder ein besonderer "Abenteuer-Trip", so der Politiker. Mal sei eine Weiche gestört, mal bleibe ein Zug liegen. "Ich habe einen engen Terminkalender", sagt Dammann-Tamke: "Wie soll ich meinen Job anständig machen, wenn die Bahn einen ständig hängen lässt."

Für die Landtagsabgeordneten gibt es sogar einen "Kummeronkel", bei dem sie ihren Ärgern über die vielen Zugverspätungen loswerden können. "Doch was nützen die Beschwerden", meint der CDU-Politiker: "Das Grundübel muss bei der Wurzel gepackt werden: Wenn die Bahn nicht ihren veralteten Fuhrpark modernisiert, wird es in den kommenden Jahren eher noch schlimmer."