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Belohnung für fleißiges Lernen

Huda Aslam feierte mit den Teilnehmern ihres Deutsch-Kurses
jd. Harsefeld. "Arabischer Abend" im katholischen Gemeindesaal: Harsefelder Arbeitskreis Asyl richtet Feier für Flüchtlinge aus. Freitagabend in Harsefeld: Durch den Gemeindesaal der katholischen Kirche hallt orientalische Musik, dazu wird getanzt. Für die Menschen, um die es bei dieser kleinen Feier geht, sind die paar fröhlichen Stunden eine willkommene Abwechslung: Rund 20 Asylbewerber haben sich zu einem "arabischen Abend" eingefunden. "Wir möchten, dass diese armen Menschen wenigstens für eine kurze Zeit ihre Sorgen und Nöte vergessen", sagen Christa Westhoff und Huda Aslam. Sie gehören dem örtlichen Arbeitskreis Asyl an und haben die lockere Zusammenkunft organisiert. Quasi als Belohnung für fleißiges Lernen. Westhoff und Aslam leiten ehrenamtlich einen Deutschkursus für Flüchtlinge.

Seit zwei Monaten unterrichten die zwei engagierten Frauen 16 Asylbewerber in der Sprache ihres neuen Heimatlandes. Bei den überwiegend männlichen Kursteilnehmern müssen sie oftmals ganz vorn anfangen: Die aus dem Sudan, dem Irak und Syrien stammenden Männer sprechen ausschließlich Arabisch. Um überhaupt Deutsch lernen zu können, müssen sie die lateinische Schrift beherrschen.

"Wir bringen unseren Schülern daher zuerst die Buchstaben des Alphabetes bei", berichtet Westhoff. Von unschätzbarem Wert sind dabei die Sprachkenntnisse ihrer "Co-Lehrerin": Huda Aslam, die im Alter von drei Jahren aus dem Libanon hierher kam, ist zweisprachig aufgewachsen und spricht daher fließend Deutsch und Arabisch.

Zweimal in der Woche treffen sich Aslam und Westhoff mit ihren Schützlingen, um jeweils für drei Stunden intensiv zu büffeln. "Da es seitens der Behörden keinerlei Unterstützung gibt, sind die Flüchtlinge auf ehrenamtliche Hilfe angewiesen, wenn sie Deutsch lernen möchten", sagt Westhoff. Doch das Engagement der beiden Aktivistinnen vom Arbeitskreis Asyl geht weit über das Vermitteln von Sprachkenntnissen hinaus: Sie kümmern sich um die Beschaffung von Möbeln, begleiten die Asylbewerber zu den Ämtern und zeigen ihnen, wie sie die Probleme des Alltags bewältigen können.

"An manchen Tagen bin ich fast zwölf Stunden für die von mir betreuten Flüchtlinge im Einsatz", berichtet Aslam. Da der Flüchtlingsstrom nicht abreißt, stoßen sie und ihre Mitstreiter allmählich an die Grenzen ihrer Möglichkeiten. Der Arbeitskreis benötigt dringend weitere Ehrenamtliche, um die zusätzliche Arbeit zu bewältigen. "Wir sind dankbar für jeden, der bei uns mitmacht - auch wenn es nur ein paar Stunden im Monat sind", sagen die beiden Frauen.

• Wer Interesse hat, sich im Arbeitskreis Asyl zu engagieren, kann sich bei Huda Aslam melden (E-Mail: huda_aslam@hotmail.de). Auch Spenden sind jederzeit willkommen: IBAN: DE 26200697820030242211, Inhaber: Kirchenamt Stade, Verw.-Zweck: AK Asyl - Alphabetisierungskurs