Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Das könnte die Existenz kosten

Trainiert derzeit mit Gipsarm: Marko Hüttry in seiner Kampfsportschule

jd. Harsefeld. Unfallverursacher haut einfach ab: Motorradfahrer bleibt auf Schaden sitzen. "Autofahrer bringt Biker zu Fall und flüchtet" - diese "Blaulicht"-Meldung brachte das WOCHENBLATT vor zwei Wochen. Wieder einmal wurde Fahrerflucht begangen - mit finanziellen Folgen für das Unfallopfer: Kann die Polizei den Verursacher nicht ermitteln, bleibt ein Geschädigter auf den Reparaturkosten sitzen. Wie Marko Hüttry aus Harsefeld. Er ist der Motorradfahrer aus dem WOCHENBLATT-Artikel. Hüttry hatte Glück im Unglück: Obwohl er sich mehrfach überschlug, erlitt er nur relativ leichte Blessuren. Wäre es schlimmer ausgegangen, hätte es mich die Existenz kosten können", meint Hüttry.
"Die Maschine ist hin", sagt der Harsefelder: "Totalschaden." Jahrelang habe er sich das Geld vom Munde abgespart, um sich einen langgehegten Wunsch zu erfüllen: eine Harley-Davidson. 10.000 Euro blätterte Hüttry für das amerikanische Kultbike hin. Das war Ende April. Keine zwei Monate später ist der Easy-Rider-Traum jäh geplatzt. Das Motorrad hat nur noch Schrottwert. Hüttry ist stinksauer: "Das ist echt mies vom Unfallverursacher, einfach abzuhauen."
Andererseits ist der Harsefelder heilfroh, selbst einigermaßen glimpflich davon gekommen zu sein. Er betreibt in Buxtehude eine Kampfsportschule. Trotz gebrochenen Handgelenks, schwerer Hautabschürfungen und schmerzhafter Rückenprellungen steht er schon wieder auf der Matte. "Ich kann den Laden nicht einfach dicht machen", meint Hüttry. Als Selbstständiger könne er sich einen längeren Verdienstausfall nicht leisten.
Den Unfall hat der Harley-Fan noch in bester Erinnerung: "Ich wollte am 12. Juni gegen 15.50 Uhr auf der K 26 zwischen Harsefeld und Grundoldendorf einen weißen VW-Kombi überholen, die hinter einem Trecker fuhr", berichtet Hüttry. Der VW sei dann ausgeschert, er selbst sei mit seiner Harley ins Schleudern geraten und nach mehreren Überschlägen im Seitenstreifen gelandet. "Als Kampfsportler weiß ich, wie man sich bei Stürzen abrollt", meint der Harsefelder. Dadurch habe schwerere Verletzungen vermieden, so Hüttry: "Die Ärzte in der Klinik meinten, das sei ein kleines Wunder."

• Die Polizei sucht noch immer Unfallzeugen. Tel.: 04 1 61 - 64 71 15.