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Der Ex-Drummer der Rockband Scorpions fährt einen knallroten "Maikäfer"

Wenn die Maisonne vom Himmel lacht, sind Karin und Wolfgang Dziony mit ihrem flotten Käfer Cabrio am liebsten "oben ohne" unterwegs.
(jd). Wolfgang Dziony erntet viele Blicke, wenn er mit seinem Käfer Cabrio unterwegs ist. Maikäfer waren lange Zeit vom Aussterben bedroht, doch mittlerweile vermehren sich die krabbelnden Gesellen wieder munter. Eine andere "Käfer-Art" hingegen bedarf liebevoller Hege und Pflege, damit es sie auch künftig noch gibt: Der VW Käfer, der einst millionenfach über die Straßen rollte, macht sich langsam rar. Ein besonders schönes und zudem seltenes Exemplar ist im Kreis Stade unterwegs - vorzugsweise bei strahlendem Sonnenschein. Dann holt Wolfgang Dziony (64) aus Harsefeld seinen ganzen Stolz aus der Garage: einen Käfer Cabrio der Baureihe 1302 LS. Diese Spezial-Ausführung des Kugel-Porsches wurde nur 1.500 mal gebaut. Dzionys knallrotes Gefährt ist eine absolute Rarität - und ein echter "Maikäfer: Als Datum der Erstzulassung ist der 9. Mai 1972 eingetragen.

"Sobald das Wetter passt, unternehmen meine Frau und ich einen Trip ins Grüne", erzählt Dziony. Ziel ist meist der Lühe-Anleger. Wenn die beiden dort mit ihrem Kultauto vorfahren, interessiert sich niemand mehr für die dicken Pötte auf der Elbe: Alle Blicke richten sich auf das feuerrote Spaßmobil. Besonders die Kinder würden staunen, so Dziony: "Jüngere kennen den Käfer meist nur aus dem Fernsehen." Das sei in seiner Jugendzeit ganz anders gewesen: Der Käfer habe in den 1950er und 1960er Jahren das Straßenbild bestimmt. Als kleiner Knirps sei es für ihn das Höchste gewesen, im Käfer seines Onkels mitzufahren. "Hinter der Rückbank gab es einen Stauraum. Da passte ich genau rein."

Dieses Kindheitserlebnis war prägend: Von dem Geld, das Dziony als junger Rockmusiker verdiente, kaufte er sich 1970 seinen ersten Käfer. Natürlich in schwarz, wie es sich für einen anständigen "Hardrocker" gehört. Den Wagen motzte der gelernte Kfz-Mechaniker mit einem Porsche-Motor auf, sodass der "flotte Käfer" es auf 170 km/h "Spitze" brachte. "Damit war ich natürlich der King", schmunzelt Dziony, dessen Name für eingefleischte Rockfans ein Begriff sein dürfte: Er war 1965 Gründungsmitglied der "Scorpions" und der erste Schlagzeuger der hannoverschen Band, die Welthits wie "Wind of Change" landete. Nach der Veröffentlichung des Debütalbums im Jahr 1972 hängte Dziony die Drumsticks an den Nagel, um einem "bürgerlichen" Beruf nachzugehen.

Wäre es für einen Typ wie ihn nicht passender, mit ein Motorrad durch die Gegend zu brausen? Dzionny winkt ab: Er habe schon öfter mit einer Harley geliebäugelt, doch bei seinem kaputten Rücken seien lange Bike-Touren nicht drin. "Außerdem bin ich ja Rentner und da ist es o.k., wenn ich mit meinem knuffigen Cabrio gemächlich durch die Landschaft zockel." Übrigens: Jedes Frühjahr - immer wenn es auf den Mai zugeht - wird Dziony ganz kribbelig. Er kann es dann kaum abwarten, mit seinem Kultgefährt zum "Maikäfertreffen" in Hannover aufzubrechen, das jeweils am 1. Mai stattfindet. "Dieses Event ist ein Muss für jeden Käferfan", meint Dziony.