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Die erste Frau im Präsidentenamt

Will sich für eine blühende Zukunft des Schützenvereins einsetzen: Ramona Grotzke
jd. Harsefeld. Ramona Grotzke steht seit Kurzem an der Spitze des Harsefelder Schützenvereins. Das ist ein Schnapszahl-Jubiläum: Vor 111 Jahren wurde der Harsefelder Schützenverein gegründet. Dass der Verein nun erstmals in seiner langen Geschichte von einer Frau geführt wird, ist aber mit Sicherheit keine Schnapsidee: Mit Ramona Grotzke (64) haben die Harsefelder Schützen einen Volltreffer gelandet. Die Büroangestellte ist Schützenschwester mit Leib und Seele. Sie nimmt an den Wettbewerben der Winterrunde teil und engagiert sich seit 20 Jahren mit ganzem Herzen für das Schützenwesen.

Als vom Vorstand das Ansinnen an sie herangetragen wurde, das Präsidentenamt zu übernehmen und damit eine der letzten Männerdomänen im Verein zu erobern, hatte sich Ramona Grotzke zunächst Bedenkzeit erbeten: "Ich musste erst einmal in mich gehen und überlegen, ob ich dieser Aufgabe wirklich gewachsen bin." Nach einer Woche intensiver Beratungen mit Ehemann Günther stand die Entscheidung fest: Die Beste Dame des Jahres 2010 kandidierte auf der Mitgliederversammlung als Nachfolgerin des vorzeitig aus Gesundheitsgründen ausgeschiedenen Präsidenten Peter Krause und wurde mit überwältigender Mehrheit gewählt.

"Es ist letztlich doch egal, ob ein Mann oder eine Frau an der Vereinsspitze steht", meint Ramona Grotzke. Entscheidend sei doch, dass der Vorstand ein gutes Team bilde und den Verein voranbringe. Von ihren erfahrenen Mitstreitern - allen voran die Vize-Präsidenten Gerhard Meyer und Manfred Deden - erhalte sie jede erdenkliche Hilfe. Die Unterstützung durch ihre Vorstandskollegen sei einfach grandios. Gemeinsam sei man jetzt intensiv dabei, Ideen zu entwickeln, um die Vereinsarbeit mit neuen Impulsen zu bereichern.

Zu den wichtigsten Aufgaben des neuen Vorstandes gehört es nach Grotzkes Meinung, die Aktivitäten des Schützenvereins künftig stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. "Wir müssen mehr publik machen, was wir Schützen so alles auf die Beine stellen." Um zusätzliches Geld in die Vereinskasse zu spülen, werde zudem ein neues Sponsoring-Konzept erarbeitet. Die Beiträge der 536 Mitglieder würden allein nicht ausreichen, um alle Vorhaben zu wuppen.

Ganz konkret im Visier hat die neue Präsidentin die historische Vereinsfahne: "Das gute Stück ist ziemlich zerschlissen und muss dringend restauriert werden." Sie will nun Spenden einwerben, um die erforderlichen 8.000 Euro für die Reparatur aufzubringen. Das sei zwar kein Pappenstiel, aber ein neues Exemplar wäre wesentlich teurer. Zudem stehe die Fahne für die lange Tradition des Harsefelder Schützenvereins. Und an dieser Tradition will Ramona Grotzke auch in anderer Hinsicht nicht rütteln: "Eine Schützenkönigin wird es in Harsefeld auch künftig nicht geben." Auch wenn zum zweiten Mal in Folge mangels Beteiligung kein Schützenkönig proklamiert werden konnte, soll die höchste Würde weiterhin Männern vorbehalten bleiben.

"Man muss schließlich nicht jeden alten Brauch über den Haufen werden", meint die Präsidentin.