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"Die Geige aus Cervarolo": Filmemacher begrüßen Vorführung

"Deutschland ist wirklich euer Freund" - Propagandaplakat, das die Wehrmacht 1943 in Italien verteilte
Harsefeld: Aue-Geest-Gymnasium | jd. Harsefeld. Mit einmonatiger Verzögerung wird nun der Film "Die Geige aus Cervarolo" in Harsefeld zu sehen sein. Die Dokumentation über NS-Massaker in Italien wird am morgigen Donnerstag, 6. Juni, um 19.30 Uhr im Aue-Geest-Gymnasium gezeigt. Eine geplatzte Filmvorführung sorgte Anfang Mai für heftige Unruhe im Ort.
Die beiden Filmemacher Matthias Durchfeld und Nico Guidetti zeigten sich sehr zufrieden, dass nun doch eine Aufführung in Harsefeld zustande kommt. "Gleichgültigkeit und Vertuschen leisten den nächsten Verbrechen Vorschub", erklärten sie gegenüber dem WOCHENBLATT. Es sei wichtig, diese Verbrechen einschließlich der Verbrecher zu benennen, um eine Wiederholung solcher Taten weniger wahrscheinlich zu machen. Daher sei es erfreulich, dass sich Harsefeld dieser Verantwortung stelle.

• Der Eintritt ist frei.

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Zum Inhalt des Films:


"Die Geige aus Cervarolo"

Italien 2012, von Nico Guidetti, Matthias Durchfeld, 75 Min, erzählerische Dokumentation

Während des Zweiten Weltkriegs lässt der Musiker Virgilio Roval aus Cervarolo im italienischen Appennin-Gebirge seine wertvolle Geige in einer Mauernische zurück. Virgilio ist immer noch nicht nach Hause zurückgekehrt, als am 20. März 1944 das kleine Dorf Cervarolo Opfer eines Massakers durch deutsche und italienische Truppen werden. Es ist eines von zahlreichen Massakern an ZivilistInnen – aus Rache für deren angebliche Unterstützung für den Partisanenkampf.

Mit Hilfe der Erinnerungen derer, die als Kinder damals alles mitansehen mussten und den Überlieferungen seiner Familie, versucht Italo Rovali, der Sohn Virgilios, fast siebzig Jahre danach die Verantwortlichen für das Verbrechen zu finden.
Dank seiner unermüdlichen Nachforschungen und den Ermittlungen einer Gruppe von Staatsanwälten wird endlich ein Prozess eröffnet.
Die Tragödie des Massakers hat für immer das Leben von Italo und seiner Familie gezeichnet. Seine Erinnerungen leben im Laufe des Prozesses wieder auf, einschliesslich der unglaublichen Geschichte der Geige seines Vaters.

Die Geige aus Cervarolo beleuchtet auch die zukunftsweisende Urteilsverkündung in Verona vom 6. Juli 2011 gegen ehemalige Angehörige der Fallschirm-Panzer-Division „Hermann Göring“.

Die Geige aus Cervarolo beschränkt sich nicht auf Geschichte und Erinnerungen, sie erzählt auch vom heutigen Leben. Und das nicht nur durch die zukunftsweisende Urteilsverkündung in Verona vom 6. Juli 2011, sondern auch im Zusammenhang mit der für 2012 von der deutsch-italienischen Kommission der Villa Vigoni angekündigten Veröffentlichung des offiziellen Berichtes über Kriegsverbrechen in Italien.

(nach resistenza.de)