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Ein genialer Brückenschlag

Die geplante Brücke soll von der Böberstroot zum Querweg führen
jd. Harsefeld. Harsefeld will seinen Bahnhofsbereich mit einem kühnen Bauwerk überspannen. Der Flecken Harsefeld plant einen der gewaltigsten Brückenschläge im gesamten Landkreis: Eine Radfahrer- und Fußgängerbrücke soll den Bahnhofsbereich mitsamt Ortsumgehung auf einer Länge von rund 160 Metern überspannen. Aus städtebaulicher Sicht wäre das mindestens 1,5 Millionen Euro teure Projekt ein genialer Wurf: Es würde eine neue Mobilitätsachse geschaffen werden, die den durch die Bahnstrecke abgetrennten Ortsteil rund um den Mittelweg mit dem Zentrum verbindet. Zudem würde sich für viele Schüler der Schulweg verkürzen. Sie müssten sich mit ihren Rädern nicht mehr durch die Friedrich-Huth-Straße sowie die Jahnstraße drängeln. Beide Straßen sind zu Stoßzeiten stark überlastet.

Ganz neu sind die ehrgeizigen Brückenpläne nicht: Bereits vor zehn Jahren wurde das Bauvorhaben in den städtebaulichen Rahmenplan des Fleckens aufgenommen. Doch bislang scheiterte die Realisierung an den knappen finanziellen Mitteln. So hatten die Sanierung der Ortsmitte und der Bau der Umgehungsstraße in den vergangenen Jahren Vorrang. Jetzt zog die Verwaltung die Pläne wieder aus der Schublade. Für Harsefeld soll ein neuer Verkehrsentwicklungsplan erstellt werden und da passt der Brückenbau hervorragend hinein - zumal ein solcher Plan Voraussetzung dafür ist, dass nicht unerhebliche Fördergelder fließen.

Allerdings stößt das Vorhaben nicht nur auf Zustimmung: Als der Planer Jörn Janssen kürzlich im Bauausschuss erste Überlegungen präsentierte, wurden auch Bedenken angemeldet. So monierte Erwin Cordes (SPD), dass die Kosten nicht in Relation zum Nutzen stünden und der Grüne Ralf Roppe sprach sogar von "einem Monstrum von Brücke". Janssen hielt dagegen, dass auch eine Brücke in diesen Dimensionen "ein durchaus filigranes Bauwerk" sein könne. Zudem dürfe bei Bauten für Fußgänger und Radfahrer nicht immer nur auf das Geld geschielt werden.

Unterstützung erhielt der Planer von einem gestandenen Bauingenieur: "Die Leute in den EVB-Zügen werden sich vorn im Führerstand drängeln, um die schicke Brücke zu bestaunen", meinte Manfred Rathjen (FWG).