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Feuerwehr gibt Alarm: "Mehr Polizeipräsenz!" / Kritik an schlechter Besetzung der Harsefelder Wache

Wurden in höhere Dienstgrade befördert (v.li.): Erik Porada, Franziska Kück, Jan Ahrens
jd. Harsefeld. Einen eindringlichen Appell an die Polizei richtet die Harsefelder Feuerwehr: Auf Jahreshauptversammlung der Ortswehr des Fleckens Harsefeld kritisierte Ortsbrandmeister Olaf Jonas die nach seiner Ansicht unzureichenden Dienstzeiten der örtlichen Polizeistation. Es könne nicht sein, dass eine Wache in einer Samtgemeinde mit rund 21.000 Einwohnern so schlecht besetzt sei und nachts und an Wochenenden sogar unbesetzt sei. Auf der Zusammenkunft, bei der rund 80 Feuerwehrleute anwesend waren, zog Jonas außerdem Bilanz: Die Retter waren 2016 zu 90 Einsätzen ausgerückt.

Bei seiner Kritik an den Verantwortlichen bei der Polizei nahm der Ortsbandmeister bezug auf einen konkreten Fall: Die Feuerwehr war zu einer Türöffnung gerufen und hatte die Warnung erhalten, dass der Bewohner gerne mit dem Messer "herumfuchteln" würde. Da die Harsefelder Polizeibeamten zu einem längeren Einsatz weit außerhalb unterwegs waren, mussten die Buxtehuder Kollegen angefordert werden. Das habe gedauert, so Jonas, der eindringlich klar machte, dass die Feuerwehr nicht für die Polizei in die Bresche springen könne. Tatsächlich habe der Mann ein Messer dabei gehabt.

Unter den übrigen Einsätzen war die Explosion eines Wohnhauses besonders spektakulär. Jeweils 26 mal gab es Brände zu löschen oder waren technische Hilfeleistungen erforderlich. Nach Angaben von Jonas konnte die Feuerwehr Sachwerte in Höhe von 2,1 Millionen Euro vor Schaden bewahren. Die Schadenssumme bei Bränden beläuft sich auf rund 420.000 Euro. Insgesamt leisteten die Aktiven der Feuerwehr rund 13.000 Einsatz- und Arbeitsstunden ab. Das entspricht pro ehrenamtlichem Retter rund vier Arbeitswochen pro Jahr.
Auch der Nachwuchs kam nicht zu kurz: Auf der Versammlung wurden drei junge Feuerwehrleute befördert.