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Fundort der Superlative: Harsefelder Museum zeigt Exponate von der bisher größten Grabung im Landkreis Stade

Im Neubaugebiet am Redder rückten im vergangenen Jahr die Ausgräber mit Spaten und Schaufel an (Foto: Kreisarchäologie Stade)
jd. Harsefeld. Mehr als vier Monate buddelten sich die Archäologen im vergangenen Jahr quer durch das Harsefelder Neubaugebiet am Redder. Jetzt präsentieren sie ihre Funde der Öffentlichkeit: "Die größte Grabung des Landkreises Stade" heißt die Ausstellung, die kürzlich im Harsefelder Museum im Klosterpark eröffnet wurde. Gezeigt werden Exponate aus einer Zeitspanne von fast 10.000 Jahren - angefangen mit rasiermesserscharfen Feuersteinklingen aus der Mittelsteinzeit über Schlackereste, die beweisen, dass die frühen Siedler am Redder bereits vor rund 2.500 Jahren Eisen verhütteten, bis hin zu Glasflaschen, in denen ein Apotheker um 1900 Mineralwasser abfüllte und die mangels Bedarfs schließlich in Massen weggeworfen wurden.

Bevor die ersten Häuslebauer loslegen durften, mussten sie das Terrain am Südrand Harsefelds den Archäologen überlassen. Diese staunten nicht schlecht: Auf der jetzt bereits komplett bebauten Fläche stießen sie auf die Überreste einer Siedlung, die in den Übergang von der späten Bronzezeit in die vorrömische Eisenzeit (ca. 500 v.Chr.) datiert wird und die für damalige Verhältnisse gewaltige Ausmaße besaß: Mit einer Fläche von rund 200 mal 250 Metern zählte das Areal zu den größten bisher entdeckten Wohnplätzen aus dieser Zeit im Elbe-Weser-Dreieck. Auch für die Kreisarchäologie bedeutete das eine Superlative: In Harsefeld fand - bezogen auf die Fläche - die bisher größte Ausgrabung im Landkreis Stade statt.

Dabei wurde eine erstaunliche Menge an Funden zutage gefördert: Neben unzähligen Tonscherben kamen Steinwerkzeuge sowie Fibeln (Gewandspangen) ans Tageslicht. Genauso wichtig sind allerdings auch die sogenannten Befunde: Das sind die Spuren im Boden, die dem geschulten Blick des Experten Auskunft darüber geben, wo Häuser und Hütten standen, wo Feuerstellen angelegt wurden, wo sich Werkstätten und Stallungen befanden, wo Brunnen ausgeschachtet wurden und wo der Müll in den Abfallgruben entsorgt wurde. Manchmal sind es nur kaum wahrnehmbare Verfärbungen, die im Gesamtbild einer Grabung aber wichtige Aufschlüsse darüber geben, wie die Menschen einst gelebt haben. Das kann allerdings nicht in den Vitrinen ausgestellt werden.

• Die Sonderschau ist bis zum 23. April zu sehen. Das Museum hat täglich außer montags von 15 bis 17 Uhr sowie sonn- und feiertags von 10 bis 12 Uhr geöffnet.