Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Gut motiviert ins neue Jahr

Hubert Stelling gab Tipps, wie sich der innere Schweinehund überwinden lässt

Beim Neujahrsempfang der Landfrauen waren Mitmachen und Mitdenken gefordert. Die

Landfrauen riefen - und viele kamen: Zum Neujahrsempfang des Harsefelder Landfrauenvereins fanden sich neben den Mitgliedern so ziemlich alle ein, die im Ort Rang und Namen haben. In der Schützenhalle ließ Vereinsvorsitzende Renate Wölfel zunächst das vergangene Jahr Revue passieren. Ab dann ging es Schlag auf Schlag: Der Mentaltrainer Hubert Stelling aus Bremerhaven zog das Publikum mehr als zwei Stunden in seinen Bann. Mitmachen und Mitdenken war angesagt, als Stelling auf der Bühne sein kurzweiliges Motivations-Programm präsentierte. Er verkündete die Devise "Hör auf zu jammern - lebe endlich!"
Anderen die Schuld für den eigenen Misserfolg in die Schuhe schieben - das sei bei den meisten Menschen eine beliebte Strategie, um von der eigenen Verantwortung für sein Handeln abzulenken, so der Motivations-Trainer. Er forderte die Zuhörer auf, den Zeigefinger auf irgendjemanden zu richten. Heraus kam eine verblüffende Erkenntnis: "Sehen Sie, drei Finger weisen dabei auf uns selbst", regte Stelling zum Nachdenken an.

Das "SAU-Prinzip" und der innere Schweinehund

Viele Leute nehmen sich etwas vor und erledigen es dann doch nicht. Das liegt laut Stelling am "SAU-Prinzip". Die Abkürzung steht für "Scheitern am Umsetzen": Die meisten Menschen würden immer wieder Gründe vorschieben, um unangenehme Aufgaben nicht anzupacken, so Stelling: "Das hat etwas mit dem inneren Schweinehund zu tun." Der müsse mit gezielter Willenskraft überlistet werden, um aus alten, bequemen Gewohnheiten auszubrechen.
Als großes Hindernis auf dem Weg zu anderen Denkweisen macht der Mentaltrainer das Gehirn aus. Dieses sei "stinkend faul" und reagiere auf neue Reize äußerst träge. Um aus dem alten Trott auszubrechen und eine Verhaltensänderung hinzubekommen, seien 28 bis 30 Wiederholungen erforderlich. "Erst dann tickt das Gehirn nach dem neuen Muster", erläutert Stelling.
Er regte die Zuhörer an, ein wenig über ihr Leben nachzudenken. Die Zeit, die uns auf Erden vergönnt ist, sei begrenzt. Das Leben sei zu kurz, um es mit Jammern zu verplempern. Laut Stelling verbringt jeder Mensch schon genug Zeit in seinem Leben für Alltäglichkeiten: vier Tage für das Zubinden der Schuhe, acht Monate für das Lesen der Post, neun Monate für den Gang aufs WC, ein Jahr für die Suche nach verlegten Gegenständen, drei Jahre für das Sitzen im Wartezimmer und fünf Jahre für das Hocken vor dem Fernseher.
Niemand sei zu alt, um etwas Neues anzupacken, meint Stelling. Als Beispiel nannte er seine beiden Nachbarn Günther und Lotte: Das Rentnerehepaar, beide sind weit über 80, hat einen Computerkurs absolviert und sich einen Internet-Zugang legen lassen. Die Enkelin lebt seit kurzem in China und die zwei Senioren bleiben nun via Chat mit ihr in Kontakt. Abschließend gab Stelling den Gästen den guten Rat mit auf den Weg, nichts auf später zu verschieben und die Vokabel "eigentlich" aus dem Wortschatz zu streichen.