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Harsefeld holt einen Energiemanager

Gemeindedirektor Rainer Schlichtmann und Bauamts-Mitarbeiterin Julia Bauke zeigen den Plan der Steinfeldsiedlung
jd. Harsefeld. Umfassende Beratung für Hausbesitzer: Die Harsefelder Steinfeldsiedlung wird zum Energie(spar)quartier. Das Steinfeld ist das erste Wohngebiet in Harsefeld, das nach dem Krieg planmäßig erschlossen wurde. In den fünfziger und sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts entstanden auf dem Geestrücken zwischen den Klosterteichen und der Aue zunächst kleine, aber schmucke Siedlungshäuschen, später kamen etwas größere Einfamilienhäuser und Wohnblöcke hinzu. Die Gemeinde hat dieses Gebiet, in dem rund 2.000 Menschen leben, nun unter dem Aspekt der Energieeffizienz intensiv durchleuchtet. Herausgekommen ist ein energetisches Quartierskonzept. Darin wird exemplarisch aufgezeigt, wie viel Heizkosten bei einzelnen Haustypen eingespart werden können, wenn diese optimal gedämmt werden.

Um dieses Konzept umzusetzen, müssen die Eigentümer der rund 500 Häuser in der Steinfeldsiedlung mit ins Boot geholt werden. Schließlich haben sie die Kosten einer energetischen Sanierung an ihren Häusern zu zahlen. Doch bevor sich ein Hausbesitzer zu Investitionen in fünfstelliger Höhe durchringt, will er natürlich wissen, ob sich das Ganze für ihn rechnet.

Durch die Ausweisung der Steinfeldsiedlung als Energiequartier habe die Gemeinde die Möglichkeit, den Hauseigentümern eine qualifizierte Beratung rund um die Modernisierung ihrer Immobilie zukommen zu lassen, erklärt Harsefelds Gemeindedirektor Rainer Schlichtmann. Mit diesem Projekt, das landkreisweit in ähnlicher Form sonst nur in Stade laufe, gehöre der Geestflecken zu den wenigen Kommunen in Niedersachsen, die Privatleute bei der energetischen Sanierung ihrer Häuser aktiv unterstützen.

Im Rahmen der Konzept-Erstellung sei eine Bestandsaufnahme erfolgt, so Schlichtmann: "Darin haben Bauexperten sozusagen die Schwächen der Gebäude im Quartier aufgezeigt." Schließlich sei die Bausubstanz vieler Häuser nicht mehr die allerjüngste. Nun müsse der nächste Schritt folgen: die Beratung der Eigentümer. Zu diesem Zweck wird nun ein sogenannter Energiemanager eingestellt, der als Lotse bei der Umsetzung der einzelnen Maßnahmen dient und hilft, das Dickicht der unzähligen Förderprogramme zu lichten.

Um eine unabhängige Beratung zu gewährleisten, wird die Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) mit dem Projekt betraut. Das bundesweit tätige Institut besitzt einen hervorragenden Ruf als Sanierungsträger und Treuhänder bei Vorhaben zur Ortsentwicklung. Die Tätigkeit des Sanierungsmanagers ist auf drei Jahre befristet. In diesem Zeitraum fallen Kosten von rund 150.000 Euro an. Durch die Ausweisung der Steinfeldsiedlung als Sanierungsgebiet bekommt die Gemeinde aber rund Zweidrittel dieses Betrages aus Fördertöpfen erstattet.

Die Hauseigentümer werden für die Beratung lediglich einen geringen Obolus entrichten. Für die Sanierungsmaßnahmen werden günstige Kredite gewährt und es besteht die Möglichkeit der steuerlichen Abschreibung.