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" Hollenbecker Straßenraub": Politikern den Spiegel vorhalten

Marion Balzer will einlenken - wenn die Straße umbenannt wird
jd. Harsefeld-Hollenbeck. Wird Straße in Hollenbeck doch umbenannt? Freunde scharfsinniger Satire und bitterböser Ironie würden wahrscheinlich viel dafür geben, eine solche Adresse zu haben: Chlodwig-Poth-Weg. Der Karikaturist, Cartoon-Zeichner und Autor kritischer Spottgeschichten über den politischen Alltag in der Bundesrepublik soll als Namenspate für eine Straße dienen, um die seit Monaten ein heftiger Streit zwischen der Gemeinde Harsefeld und der Eigentümerin Marion Balzer tobt. Stichwort "Hollenbecker Straßenraub". Wie berichtet, muss die Kommune die 2013 sanierte Straße, die jetzt "Buttermoor" heißt, laut Richterspruch wieder in den alten Zustand zurückversetzen. Doch jetzt meldet sich der Heimatverein zu Wort: Der will, dass die Straße so bleibt, wie sie ist. Dafür dürfe sie auch, wie von der Eigentümerin gefordert, in "Chlodwig-Poth-Weg" umbenannt werden.

Diese Namensänderung war eine Bedingung Balzers. Sie wollte einlenken und auf eine Umsetzung des Urteils verzichten, wenn sich Politik und Verwaltung im Flecken Harsefeld selbstkritisch den Spiegel vorhalten: "Chlodwig Poth hat immer Behördenwillkür und bürokratischen Blödsinn aufs Korn genommen", sagt Marion Balzer. Sie hält es nur für gerecht, dass die Gemeinde diese "Kröte" schlucken soll: "Wer wie in meinem Fall einfach Fakten schafft, ohne die Rechte der Bürger zu beachten, muss sich nicht wundern, wenn das Pendel mal zurückschlägt."

Doch die Ratsleute zeigten sich stur: Sie schmetterten Balzers Ansinnen in geheimer Abstimmung ab. So drohte jetzt die zwangsweise Vollstreckung des Urteils. Das rief nun die Hollenbecker auf den Plan: Sie möchten, dass die Straße nicht aufgerissen und verlegt wird. Das Votum ist eindeutig: Von 103 Bürgern, die kürzlich an einer Versammlung des Heimatvereins teilnahmen, stimmten bis auf zwei für die Umbenennung der umstrittenen Straße. Damit liegt der "schwarze Peter" wieder bei den Politikern: Die müssen sich nun überlegen, ob sie den Bürgerwillen respektieren oder lieber Prinzipien reiten.

• Durch das WOCHENBLATT ist das Fernsehen auf den "Straßenraub" aufmerksam geworden: Am Mittwoch, 24. Juni, um 22.50 Uhr läuft im NDR-Satiremagazin "Extra 3 - der reale Irrsinn" ein Beitrag zu dem Thema.