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In normaler Umgebung leben

So könnte der Neubau der Wohneinrichtung in Harsefeld aussehen. (Foto: Skizze: Rotenburger Werke)
 
Leitende Mitarbeiter der Rotenburger Werke stellten das Harsefelder Wohnprojekt vor (v.li.): Bernd Schröder, Heike Papa, Anja Rinck und Thorsten Tillner erläuterten die Pläne

Rotenburger Werke wollen in Harsefeld ihr erstes Wohnprojekt für Behinderte im Kreis Stade umsetzen.

Ein dreiteiliger, aufgelockert wirkender Gebäudekomplex mit weiß verputzten Wänden und Anbauten, die zum Teil mit Holz verkleidet sind: So wird wahrscheinlich die Wohneinrichtung aussehen, die die Rotenburger Werke für 24 Menschen mit einem geistigen und/oder körperlichen Handicap im Zentrum von Harsefeld bauen wollen. Der Geestflecken gehört zu den Standorten, die die diakonische Organisation ins Auge gefasst hat, um dort dezentrale Wohnplätze für betreuungsbedürftige Personen zu schaffen. Harsefeld wird die erste Außenstelle sein, die die Rotenburger Werke im Landkreis Stade einrichten.
Mitarbeiter der Rotenburger Werke nutzten kürzlich die Neujahrsbegegnung im Harsefelder Rathaus, um interessierten Bürgern die Neubau-Pläne für das ehemalige Schulgrundstück in der Schulstraße vorzustellen. Die dortigen Gebäude, in denen derzeit noch Jugendzentrum, Kindergarten, Pfadfinder sowie Spielmannszug untergebracht sind, werden komplett abgerissen. Behindertengerechtes Wohnen wäre in den Altbauten nicht möglich. Stattdessen sollen drei neue Häuser mit einer Grundfläche von 1.200 Quadratmetern errichtet werden.
"Es ist nun Aufgabe des Architekten, ein Entwurf zu erstellen, der zum Gelände und zur Umgebung passt", erklärt Vorstandsmitglied Thorsten Tillner. In groben Zügen werden sich die Pläne an einem Wohnprojekt orientieren, das vor kurzem in der Nähe von Oldenburg realisiert worden ist. Mit dem Bau solcher dezentralen Wohneinrichtungen werde das Konzept verfolgt, den Behinderten ein Leben mitten in der Gesellschaft zu ermöglichen, so Tillner. In den kommenden Jahren sollen zehn „Außenstellen“ in der Region geschaffen werden.

Behinderte integrieren

„Unser Ziel ist es, die bei uns betreuten Menschen näher zu ihren Angehörigen zu bringen und sie in eine normale Umgebung zu integrieren“, erklärt Tillner. Auch aus dem Kreis Stade hätten sich viele Eltern junger Erwachsener mit Behinderung bewusst für die Rotenburger Werke entschieden, weil sie von den Angeboten der Einrichtung überzeugt sind. Von Nachteil seien jedoch längere Anfahrtswege, etwa für Besuche.
Durch das Wohnprojekt in Harsefeld würden Behinderte aus dem Landkreis nicht weit weg von zu Hause ein neues Zuhause finden, so Tillner. Wie groß das Interesse vor Ort ist, zeige sich daran, dass sich mit dem Wohnprojekt Geest e.V. (WoGee) eine Elterninitiative gegründet hat, die das Bauvorhaben in Harsefeld aktiv unterstützt.
Tillner verweist auf die positiven Erfahrungen in Scheeßel (Kreis Rotenburg), wo bereits eine Wohngruppe eingerichtet ist. Dort beteiligen sich die Behinderten an den verschiedensten Aktivitäten. So spielen einige Fußball im Sportverein oder machen bei der Freiwilligen Feuerwehr mit. Ähnliches kann sich Tillner für Harsefeld vorstellen. Die Rotenburger Werke rechnen mit einem Baubeginn im vierten Quartal 2013. Doch bevor es losgehen kann, muss erst der Kaufvertrag für das ehemalige Schulgelände unterzeichnet sein. Das Grundstück gehört dem Flecken Harsefeld. Und die Gemeinde verkauft erst, wenn Pfadfinder und Spielleute eine neue Bleibe gefunden haben.