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Innehalten und nachdenken: Am kommenden Mittwoch feiern die Protestanten Buß- und Bettag

Pastor Hermann Heinrich
(jd). Es ist ein fast vergessener Feiertag: 1995 wurde in Deutschland der Buß- und Bettag als gesetzlicher Feiertag abgeschafft, um die Kosten für die damals neu eingerichtete Pflegeversicherung zu kompensieren. Großen Protest gab es nicht: Die meisten konnten mit dem arbeitsfreien Tag mitten im tristen November ohnehin wenig anfangen. Schließlich wurde er spöttisch als "Bett-Tag" bezeichnet. Doch in der evangelischen Kirche wird der Buß- und Bettag, der immer auf den Mittwoch vor dem Ewigkeitssonntag, dem letzten Sonntag des Kirchenjahres, fällt, weiter gefeiert: Am kommenden Mittwoch, 18. November, finden in den Gemeinden zahlreiche Gottesdienste statt. Einen davon hält Pastor Hermann Heinrich in Harsefeld ab. Für ihn hat dieser Festtag durchaus gesellschaftliche Relevanz: "Es geht darum, in unserer schnelllebigen Zeit einmal innezuhalten und darüber nachzudenken, wo unsere Welt hinsteuert."

In seiner Predigt werde er nicht den moralischen Zeigefinger erheben, so der Pastor: "Ich möchte aber den Menschen Impulse geben, wie sie in ihrem Leben etwas Neues bewegen können." Der Buß- und Bettag stehe in der protestantischen Tradition für Besinnung, Neuorientierung und vor allem Umkehr - nicht nur im privaten Bereich, sondern vor allem auch in gesellschaftspolitischer Hinsicht. Ein "Weiter so wie bisher" dürfe es nicht mehr geben: "Unsere Umwelt wird zugunsten des Profits ausgebeutet und die heutigen Flüchtlingsströme sind letztlich eine Folge der ungleichmäßigen Verteilung des Reichtums auf der Welt", sagt Heinrich.