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Keine Patentrezepte gegen den Ärztemangel

Der Mediziner Stephan Brune informierte über die Situation der Hausärzte-Versorgung im Landkreis Stade
jd. Harsefeld. Infoabend der Harsefelder CDU zeigte Problematik auf. Es gab Erklärungsversuche und Lösungsansätze - aber keine Patentrezepte. Beim Infoabend zum Thema Ärzteversorgung, zu dem die Harsefelder CDU in die örtliche Festhalle eingeladen hatte, erhielten die rund 160 Besucher keine verbindliche Antwort auf die Frage, die ihnen am meisten unter den Nägeln brennt: Wie lässt sich der derzeitige Engpass bei den Hausärzten schnell beheben? Nachdem zwei Allgemeinmediziner in Rente gingen und keine Nachfolger fanden, sind die anderen Praxen so stark ausgelastet, dass Patienten abgewiesen werden.

Der Stader Kardiologe Stephan Brune, der als Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) im Bezirk Stade die Problematik aus Sicht der Ärzteschaft beleuchtete, sprach von einem grundsätzlichen Dilemma: Junge Mediziner würden das wirtschaftliche Risiko scheuen, das eine Tätigkeit als niedergelassener Hausarzt mit sich bringt. Zudem lege der Weißkittel-Nachwuchs heutzutage wesentlich mehr Wert auf geregelte Arbeitszeiten. Diese seien bei einem Job als Landarzt eher selten gewährleistet. Als "niederlassungsfeindlich" bezeichnete Brune die Rahmenbedingungen: Die Quartals-Budgetierung deckele die Honorare unverhältnismäßig und der bürokratische Aufwand, der von den Krankenkassen verlangt werde, sei völlig unangemessen.

Laut Brune ist Harsefeld exemplarisch für die Situation in der Region: Etliche Hausärzte haben bereits das Rentenalter erreicht und würden ihre Praxen gern an jüngere Kollegen übergeben. Doch es findet sich niemand. Der KV-Vorsitzende rät daher betroffenen Kommunen, Anreize durch Ansiedlungs-Prämien zu schaffen bzw. Gemeinschaftspraxen oder sogenannte medizinischen Versorgungszentren (MVZ) einzurichten, in denen die Ärzte dann als Angestellte arbeiten. Eine Idee, die von der Harsefelder Politik bereits aufgriffen worden ist.

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