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Kinder unerwünscht?

Stießen bei der Wohnungssuche oft auf Ablehnung: Patchwork-Familie Bernd Hauer und Andrea Kruschel mit den Kindern Jonas (6) und Max (15)
lt. Issendorf. Kinder unerwünscht? Das fragen sich Andrea Kruschel (41) und ihr Lebensgefährte Bernd Hauer (36), nachdem sie mehrere Monate lang vergeblich nach einem neuen Zuhause für ihre Patchwork-Familie suchten.
Das Paar lebt mit drei Kindern (6, 10 und 15) in Issendorf (Samtgemeinde Harsefeld) zusammen, alle zwei Wochen ist außerdem Bernd Hauers Tochter (8) über das Wochenende da.
Obwohl beide Elternteile berufstätig sind, hagelte es Absagen von potenziellen Vermietern. "Sobald man Kinder hat und dann auch noch mehr als zwei, klingeln offensichtlich bei vielen die Alarmglocken", sagt Andrea Hauer. Man werde schnell als asozial abgestempelt.
Ein weiteres Problem: Die meisten Häuser sind schon von der Zimmeraufteilung nicht für größere Familien geeignet, so Bernd Hauer. Mehr als zwei Kinderzimmer seien in der Regel nicht vorgesehen. Wer mehr Nachwuchs hat, muss erfinderisch werden und zusätzliche Wände ziehen oder den Dachboden ausbauen.
Inzwischen hat sich die Familie dazu entschlossen, ein Haus zu kaufen und hat bereits eine Immobilie ein paar Dörfer weiter in Aussicht. Finanziell ist das allerdings nur dank der Hilfe von Bernd Hauers Eltern möglich.
"Familien werden oft viele Steine in den Weg gelegt", sagt Bernd Hauer. Da sei es kein Wunder, dass sich viele Paare mit der Entscheidung schwer täten, überhaupt Kinder zu bekommen.
Übrigens: Die Geschichte der Patchwork-Familie Hauer/Kruschel ist kein Einzelfall. Wer im Internet recherchiert, stößt auf unzählige Beispiele aus ganz Deutschland, in denen Familien bei der Wohnungssuche Nachteile gegenüber kinderlosen Paaren hatten.