Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Kunst statt kahler Flächen: Harsefeld wird zum Worpswede der Stader Geest

"Wintergalerie" in Harsefeld: Mit-Organisatorin Veronika Kotthoff (Mitte) konnte die Malerinnen Lisa zum Felde (li.) und Dörthe Klintworth sofort für die Idee begeistern.
 
Die Kunsthandwerkerinnen Dörthe Klintworth, Christine Reinhardt, Claudia Ehlers und Tanja Bett (v.re.) präsentieren den "kleinen Markt"
jd. Harsefeld. Leere Läden werden für ein paar Wochen zu Galerien: In Harsefeld startet eine ungewöhnliche Aktion. Leerstehende Läden gehören auch in Harsefeld zum Ortsbild. Der Ort ist vom großen Geschäftssterben im ländlichen Raum zwar weitgehend verschont geblieben, doch so manches kahle oder zugeklebte Schaufenster fällt schon auf. Besonders in der Vorweihnachtszeit, wenn in den übrigen Geschäften die festlich dekorierten Auslagen um die Wette funkeln, passen die dunklen Schaufensterfronten so gar nicht in die Optik. Doch in diesem Jahr werden fast alle Schaufenster hell erleuchtet sein: In der Adventszeit verwandeln sich die ungenutzten Ladenflächen in kleine Galerien. Die Idee ist nicht neu, aber immer wieder gut: Kunst im Leerstand heißt das anderswo. "Wintergalerie" nennt es das Organisationsteam von der Werbegemeinschaft "Sympathisches Harsefeld".

Team-Mitglied Veronika Kotthoff hat sich bereits als "Kurzzeit-Galeristin" betätigt. Nach der Schließung ihres Kindermode-Geschäftes vor knapp einem Jahr holte sie sich verschiedene Künstler ins Haus, die jeweils für ein paar Wochen ihre Werke ausstellten. Nun bringt Kotthoff ihre Erfahrungen in das neue Projekt ein, das die ganze Adventszeit über bis zum Wochenende nach Weihnachten laufen soll. Gemeinsam mit ihren Mitstreitern schrieb Kotthoff Künstler an und überzeugte die Hauseigentümer, ihre leerstehenden Ladenlokale für die Dauer der "Wintergalerie" zur Verfügung zur stellen.

Mittlerweile bekundeten so viele Künstler ihr Interesse an der im Landkreis Stade einmaligen Aktion, dass der Platz kaum ausreicht. Daher werden einige Exponate nun auch in Räumlichkeiten ausgestellt, wo noch reger Geschäftsbetrieb herrscht.
Der Mehrheit der rund 20 (Hobby-)Künstler und Kunsthandwerker, die sich an der ungewöhnlichen Ausstellung beteiligen, präsentieren ihre Werke aber in den leeren Läden. So hängen beim ehemaligen Geschäft von Fahrrad-Böhring, wo sich bis vor Kurzem noch alles um Drahtesel drehte, jetzt jede Menge Bilder an der Wand.

Und gegenüber erwacht die einstige Schlecker-Filiale aus ihrem Dornröschen-Schlaf. Ein Stück weiter nebenan haben fünf Freundinnen gemeinsam einen leeren Laden in Beschlag genommen: Unter dem Markenzeichen "Der kleine Markt" präsentieren die jungen Damen allerlei Nützliches und Dekoratives, das sie in ihrer Freizeit anfertigen. "Upcycling" lautet bei ihnen das Motto: Aus alten Sachen werden neue Dinge hergestellt, die dann eine ganz andere Verwendung finden.

Der in der Region recht bekannte Maler Thomas Simon verlegt sein Atelier sogar komplett nach Harsefeld. Er schwingt im Ex-"Georgies" in der Marktstraße den Pinsel. Auch andere Künstler haben angekündigt, häufiger vor Ort zu sein und an ihren Bildern zu arbeiten. Besucher können in diesen offenen Ateliers gern vorbeischauen. Für einige Wochen verwandelt sich Harsefeld damit sozusagen in das Worpswede der Stader Geest.


Vernissagen zum Auftakt

Die Harsefelder "Wintergalerie" wird am Freitag, 28. November, eröffnet. Dann findet im Ort auch das legendäre "Nightshopping" statt. Ab 18 Uhr finden in den einzelnen "Kurzzeit-Galerien" Vernissagen statt. Danach haben die Ausstellungen zumindest samstags von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Die Künstler sind dann persönlich anwesend. Bei einigen Galerien stehen die Pforten auch an anderen Tagen offen. Die Zeiten hängen in den Läden aus. Die meisten Bilder können gleich vor Ort gekauft werden.