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Nach dem Aus des "Theater auf dem Flett": Akteure starten mit neuem Schauspiel-Projekt

Bernhard Dammann vom Kutenholzer Heimatverein und Thomas Willberger mit dem Plakat für das neue Theater Foto: jd
jd. Kutenholz. Das "Theater auf dem Flett" ist Vergangenheit, die Zukunft gehört einem neuen Theaterprojekt: Das "Theater SpielArt" will im Geist der Flett-Inszenierungen die Tradition des plattdeutschen Schauspiels in der Region fortführen. Die Akteure proben seit Monaten für das erste Stück. Im Landkreis Stade hat die frischgebackene Theatertruppe bei ihrer Auftakttournee das Heimathaus in Kutenholz als Spielort ausgewählt.

"Das Flett-Ensemble war nach dem plötzlichen Aus im Herbst 2016 entsetzt", sagt Thomas Willberger. Der Profi-Regisseur hatte in den vergangenen Jahren die Stücke der plattdeutschen Laienbühne inszeniert. Träger des "Theater auf dem Flett", das als eine Institution in der plattdeutschen Kulturszene galt, war der Landschaftsverband Stade. Im Vorjahr wurde noch das 25-jährige Jubiläum des Theaterprojekts gefeiert.

Dann verkündete der Landschaftsverband das abrupte Ende. "Eine politische Entscheidung", meint Willberger: Denn die offizielle Aussage, es fehle das Geld, treffe nicht zu. Für dieses Jahr konnte er den Landkreis Cuxhaven und die Kreissparkasse Stade als Sponsoren gewinnen. Und sogar der Landschaftsverband steuert einen kleinen Betrag bei.

Aus seiner Enttäuschung über Landrat Michael Roesberg, der Vorstandsvorsitzender des Landschaftsverbandes ist, macht Willberger keinen Hehl: "Eigentlich hatten wir Flettianer noch Größeres vorgehabt. Es war mit Roesberg vereinbart, eine Art niederdeutsche Theaterakademie aufzubauen. Vier Jahre Zeit wollte er mir dafür geben."

Die Schauspieler haben den ersten Schock nach dem Flett-Aus überwunden. Sie sagten sich "jetzt erst recht" und gründeten im März den eigenständigen Verein "Theater SpielArt". Vorsitzende ist Isa Steffen, die sich seit Jahren kreisweit in Sachen Plattdeutsch engagiert.
In dem Verein haben sich bisher 20 ehemalige "Ex-Flettianer" zusammengefunden. Sie möchten dem Landschaftsverband zeigen, dass es auch ohne ihn geht: "Wir wollen innovatives niederdeutsches Theater auf hohem künstlerischem Niveau anbieten und mit unseren Produktionen die regionale Kulturszene bereichern", erklärt Willberger.

Dem Publikum soll gezeigt werden, dass plattdeutsches Theater nicht zwingend mit Schenkelklopfer-Stücken nach dem Motto "Bauer jagt Magd" gleichzusetzen sei, so der Regisseur, der ehrenamtlich für den Verein arbeitet: "Wir haben mehr zu bieten als Volkstheater", sagt Willberger, der viele Jahre als Spielleiter an der niederdeutschen Sparte des Staatstheaters in Oldenburg tätig war.

Die neue formierte Theatergruppe startet mit einer Komödie (siehe Kasten). "Wir werden uns aber auch dem anspruchsvollen Schauspiel widmen", so der Regisseur: "Unser Ziel ist es, den Zuschauern niveauvolle Unterhaltung zu bieten und mit unserem Theaterspiel die niederdeutsche Sprache zu fördern."


Komödie um ein junges Paar

In seiner ersten Spielzeit führt das "Theater SpielArt" die Komödie "Trüch na't Happy End" auf. Das Stück beginnt so, wie viele Komödien enden: mit einem Kuss. Ein junges Paar steht kurz vor der Trauung. Doch auf einmal stellen die beiden fest: Sie passen nicht zusammen. Dann greift die Mutter des Bräutigams ein.


• Das Stück wird am Freitag und am Samstag, 29. bzw. 30. September, jeweils um 20 Uhr im Heimathaus Kutenholz gezeigt. Karten im Vorverkauf gibt es im Kaufhaus Lange in Kutenholz (Tel. 04762-2932)


Mehr zum Stück rechtzeitig vor der Aufführung.