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Neues Team leitet die Harsefelder Tafel

Das Leitungs-Team (v.li.): Sugiri Sakiwan, Sibylle Rohleder, Klaus Schmidt und Christoph Podloucky
 
Ein Teil der Helfer, die sich in der Ausgabestelle engagieren Fotos: Tafel/jd
jd. Harsefeld. Mit einem neuen Team an der Spitze startet die Harsefelder Ausgabestelle der Stader Tafel ins neue Jahr. Das Leitungs-Quartett, bestehend aus Sibylle Rohleder, Christoph Podloucky, Sugiri Sakiwan und Klaus Schmidt, übernimmt von den Vorgängern ein gut bestelltes Haus: Zum Jahresende hatten die beiden Gründer des Harsefelder Tafel-Ablegers, die Eheleute Christa Wittkowski-Stienen und Dieter Stienen, ihr Amt niedergelegt (das WOCHENBLATT berichtete). Das neue Tafel-Team will die Arbeit der Stienens in bewährter Weise fortführen: „Es gibt keinen Grund, hier irgendetwas zu ändern“, sagt Sibylle Rohleder: „Die Tafel in Harsefeld läuft rund und das wird auch künftig so bleiben.“

Daher soll auch ein Schlussstrich unter die Querelen mit dem Tafel-Träger, dem Diakonieverband, gezogen werden. Wie berichtet, hatten sich die Stienens mit dem Verband in der Diskussion um öffentliche Zuschüsse zerstritten. Die Harsefelder sind stolz darauf, ohne solche Zuschüsse auszukommen. Dennoch will man sich im Geestflecken ein Stück weit Autonomie gegenüber Stade bewahren: „Wir verstehen die 'Harsefelder Tafel' als ein Projekt unserer Kirchengemeinde“, erklärt Pastor Hermann Heinrich.

Der Kirchenmann ist glücklich, Nachfolger für die verantwortungsvolle Aufgabe gefunden zu haben. Dass die „Last“ nun auf doppelt so vielen Schultern ruht wie zuvor, hält Heinrich für vernünftig: „Nicht jeder kann sich zeitlich so intensiv einbringen, wie die Stienens es taten.“ Im neuen Tafel-Team ist man jeweils zu zweit für die beiden wichtigsten Aufgabenbereiche zuständig: Während Rohleder und Podloucky sich um die Verwaltung und die Lebensmittel-Ausgabe kümmern, organisieren Sakiwan und Schmidt die Touren der Fahrer, die
die Waren von den Geschäften abholen.

Neuling bei der Tafel ist nur Christoph Podloucky: „Ich habe mir eine sinnvolle ehrenamtliche Beschäftigung für mein Rentner-Dasein gesucht“, sagt der ehemalige Realschulrektor. Die anderen drei sind zum Teil seit Gründung der Harsefelder Tafel vor sieben Jahren dabei - so wie auch viele der rund 60 freiwilligen Helfer, die dafür sorgen, dass Senioren, sozial schwache Familien und auch Flüchtlinge zweimal in der Woche einen reich gedeckten Tafel-Warentisch vorfinden.
Damit dort auch gekühlte Lebensmittel angeboten werden können, hat sich die Harsefelder Tafel jetzt sogar einen eigenen Kühlcontainer gekauft: „Den Container konnten wir von unserem eigenen Geld erwerben. Zuschüsse waren nicht erforderlich“, berichtet Sakiwan stolz. Die Anschaffung des Containers sei notwendig geworden, weil ein Kühlraum in einem Supermarkt nicht mehr genutzt werden könne.

Derzeit steuert das Tafel-Auto jeden Tag neun Geschäfte im Raum Harsefeld an, um gespendete Lebensmittel abzuholen. Damit die Fahrer bzw. Beifahrer nicht zu oft unterwegs sein müssen, suchen Schmidt und Sakiwan noch Freiwillige: Wer zwischen 8 und 12.30 Uhr Zeit hat - egal, ob einmal im Monat, einmal die Woche oder sogar noch öfter -, ist beim Fahrerteam immer willkommen. Auch das Ausgabeteam würde sich über Neuzugänge freuen. Wer dort mitmachen will, sollte montags und/oder donnerstags von 13 bis 16 Uhr Zeit haben. Außerdem möchte die neue Tafel-Leitung einen Appell an die Harsefelder Bürger richten: „Keiner sollte den Weg zur Tafel scheuen. Wir betrachten das als ganz normales Angebot und schauen niemanden schief an“, sagt Christoph Podloucky.

Auch diejenigen, die nur über eine knappe Rente verfügen, sollten vorbeikommen. Als Orientierung diene das Existenzminimum, doch man helfe unbürokratisch: Als Nachweis würden die jeweiligen Bescheide über Rente, Wohngeld oder Grundsicherung reichen.

• Die Tafel-Ausgabestelle im Gemeindezentrum am Bockelfeld hat montags und donnerstags von 14 bis 15 Uhr geöffnet.

• Kontakt und Infos unter www.kirche-harsefeld.de/initiativen/tafel