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Nicht nur Rutsche und Reck: In den Kommunen gibt es ein Umdenken bei der Gestaltung von Spielplätzen

Leopold, Johanna, Greta und Edda (Foto, v.li.) toben sich gern auf tollen Spielgeräten aus
 
Reck, Rutsche und Schaukel: ein typischer Standard-Spielplatz (Foto: jd)
(jd). Rutsche, Reck, Sandkasten, vielleicht noch eine Schaukel - das ist oft der Spielplatz-Standard in Wohngebieten. Doch damit locken die Kommunen keine Kinder mehr hinter Computer und Konsole hervor. Außerdem verfügt so mancher Garten eines Einfamilienhauses über eine bessere Ausstattung an Spielgeräten als viele öffentliche Spielplätze. Von denen werden daher immer weniger genutzt. Mancherorts haben Verwaltung und Politik erste Konsequenzen gezogen und die Zahl der Spielplätze reduziert. So ist in Buxtehude bereits ein Umdenken erfolgt: Klasse statt Masse, so die Devise.

Er gilt als das Vorzeigeobjekt schlechthin in der Estestadt: Der vor rund zwei Jahren neugestaltete Spielplatz am Buxtehuder Mühlenteich. So ziemlich mit allem ausgestattet, was das Kinderherz begehrt, ist die großzügige Anlage sogar Ziel von sonntäglichen Familienausflügen. Während Mami und Papi den Blick über den kleinen See genießen, kann der Nachwuchs mit Matsch und Wasser herumkleckern oder eine flotte Fahrt mit der Seilbahn unternehmen. Sechs solcher Premium-Spielplätze will Buxtehude in den kommenden Jahren quer über das Stadtgebiet schaffen. Grundlage dieser Planungen ist ein 2014 erstelltes Spielplatzkonzept.

Dieses Konzept sieht vor, knapp ein Viertel der 74 bestehenden Spielplätze aufzugeben. Die übrigen sollen so "aufgehübscht" werden, dass sie wieder mehr Kinder anlocken. Knapp 2,3 Millionen Euro will die Stadt bis 2021 dafür investieren. Ganz so weit ist man in den ländlichen Kommunen noch nicht, doch die Überlegungen gehen auch ohne Konzept in die gleiche Richtung: Die Gemeinde Fredenbeck hat beispielsweise vor Kurzem auf einem Spielplatz einen künstlichen Kletterfelsen angelegt. Auch dort befanden sich die sieben vorhandenen Spielplätze in einem eher beklagenswerten Zustand. Eine Arbeitsgruppe - bestehend aus Politikern und Eltern - wurde eingesetzt, um neuen Ideen zu entwickeln.

Das ist auch in Harsefeld teilweise schon geschehen. "Wir setzen auf Qualität und hohen Spielwert", sagt Harsefelds Bauamtsleiter Peter Walthart. Derzeit gibt es in Harsefeld drei Top-Anlagen. Besonders sticht der Platz an den Klosterteichen hervor, auf dem unter anderem ein Schiff und eine Ritterburg stehen. "Wenig genutzte Spielplätze versetzen wir quasi in den Schlafmodus", so Walthart. Die alten Gerätschaften werden demontiert und Nachbarn kümmern sich um die Rasenpflege. Die Flächen bleiben aber im Eigentum der Gemeinde, sodass sie jederzeit als Spielplatz reaktiviert werden können.

• Das WOCHENBLATT ruft Eltern auf: Lassen Sie Ihre Kinder die örtlichen Spielplätze testen und teilen Sie uns Ihre Erfahrungen mit. Welcher ist nach Ihrer Ansicht der schönste Spielplatz im Landkreis Stade und wo halten Sie den Daumen nach unten?

E-Mails bitte an: jd@kreiszeitung.net

"Erblast" eines alten Gesetzes

Fast jede zweite Straße ein Mini-Spielplatz, doch die spielenden Kinder fehlen: Das ist die Situation in vielen Wohngebieten. Das Überangebot an leidlich ausgestatteten Spielplätzen ist eine Folge des niedersächsischen Spielplatzgesetzes. Das 2008 abgeschaffte Gesetz schrieb eine Mindestzahl von Pflicht-Plätzen vor - unabhängig davon, wie viele Kinder in dem Bereich wohnen.
Doch mit der "Erblast" dieser alten Regelung müssen sich die Gemeinden noch immer herumschlagen.