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Pech für Schluckspechte: kein Vatertags-Besäufnis in Kakerbeck

Auf vielen Vatertagsfeten sind kaum noch "echte" Väter anzutreffen. Oft fließt der Alkohol schon auf dem Hinweg in Strömen (Foto: Archiv (Symbolfoto))
jd. Landkreis. Vatertagstreffen abgeblasen: Veranstaltung wird für Einsatzkräfte immer mehr zu einem Himmelfahrtskommando. Auf Polizeistationen und Rettungswachen macht man drei Kreuze, wenn dieser Tag vorbei ist: Für die meisten Einsatzkäfte bedeutet Christi Himmelfahrt, besser bekannt als Vatertag, Stress pur: Schlägereien, Sachbeschädigungen und Sauforgien bestimmen das Bild vieler "Vati-Partys". Im Landkreis Stade konzentrieren sich die Vatertags-Exzesse seit Jahren auf wenige Brennpunkte. Einer davon ist nun entschärft: Die traditionelle Vatertags-Fete in Kakerbeck fällt definitiv aus. Die Auflagen sind so streng, dass der Veranstalter einen Rückzieher macht.

Neben dem Lühe-Anleger, wo es im Vorjahr zu einer Massenschlägerei kam, und der Elbinsel Krautsand, die nach dem Aus für die Rasenmäher-WM immer weniger alkoholisierte Wanderer anlockt, sind zwei Großveranstaltungen besonders beliebt bei den "Promille-Pilgern" zu Himmelfahrt: Jeweils rund 3.000 meist jüngere Leute machen Party an der Ostefähre in Gräpel sowie in den Dörfern Ahrenswohlde und Kakerbeck, deren Feuerwehren die Vatertagstreffen bislang im jährlichen Wechsel ausgerichtet haben.

Diesmal wäre Kakerbeck an der Reihe - doch dort ist nun Schluss mit lustig. Zuerst winkte die Ortswehr nach den schlechten Erfahrungen von 2012 ab: Die Dorfmitte glich einem Schlachtfeld, rund ums Festzelt herrschte Ausnahmezustand, überall lagen Schnapsleichen. Außerdem rechnete sich das Ganze kaum: Die jungen Rucksack-Säufer löschten ihren Durst schon unterwegs und kamen bereits volltrunken auf der Feuerwehr-Fete an. Entsprechend wenig Getränke gingen über den Tresen.

Trotzdem wollte der Wirt der Dorfkneipe nun in die Bresche springen. "Das Vatertagstreffen in Kakerbeck hat eine lange Tradition, die man nicht einfach aufgibt", erklärte seine Frau auf Anfrage. Doch die Behörden machten dem Gastwirt klar, dass nun erheblich mehr Sicherheits-Vorkehrungen zu treffen seien - wie etwa eine weiträumige Absperrung aller Straßen rund um Kakerbeck.
Zusätzliche Security-Männer sollten zudem Streife fahren, um beliebte Vatertags-"Sportarten" wie "Leitpfosten-Ausreißen" oder "Flaschen-Schleudern" zu unterbinden. Dieser Personal-Einsatz wäre richtig teuer geworden.

Außerdem ist die Frage der Haftung nicht eindeutig geregelt: "Ich würde die Veranstaltung wie eine Sternfahrt werten", meint Harald Polter, der im Harsefelder Rathaus für das Ordnungswesen zuständig ist. Der Ausrichter der Feier müsse demnach für alle Schäden auf den Anmarschstrecken geradestehen. Solch ein Risiko lasse sich wohl kaum versichern, so Polter: "Es ist daher verständlich, dass immer weniger Veranstalter die Verantwortung für den Vatertags-Wahnsinn übernehmen wollen."

• Das Vatertagstreffen in Gräpel soll wie gewohnt stattfinden. Doch voraussichtlich wird es im kommenden Jahr keine Vatertags-Party in Ahrenswohlde geben. Dort sollen wie in Kakerbeck die Dorfbewohner die Nase voll haben von lärmenden Horden und vermüllten Vorgärten.