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Rotenburger Werke richten in Harsefeld eine weitere Wohngruppe für Behinderte ein

Im ehemaligen katholischen Gemeindehaus richten die Rotenburger Werke eine Wohngruppe ein (Foto: jd)
jd. Harsefeld. Die Rotenburger Werke bauen ihre Präsenz im Landkreis Stade aus: Nachdem die Behinderten-Einrichtung der evangelischen Diakonie im November in Harsefeld eine Wohnstätte für 24 Menschen mit schweren körperlichen und/oder geistigen Handicaps eingeweiht hat, soll nun ein weiteres Wohnangebot folgen. Die Rotenburger Werke kaufen von der katholischen Kirchengemeinde das ehemalige Gemeindehaus, um darin eine Wohngruppe für sechs Personen einzurichten. Das Haus diente zuletzt den Steyler Missionarinnen als Herberge. Die Ordensfrauen hatten nach 26-jährigem Wirken ihre Niederlassung in Harsefeld aufgegeben.

"Wir gehen davon aus, dass die Bewohner zum Jahresende einziehen können", sagt Björn Protze, der als Regionalleiter der Rotenburger Werke für den Landkreis Stade zuständig ist. Das um 1890 errichtete Gebäude, das derzeit leer steht, wird umfassend modernisiert, damit dort Menschen mit mittelschwerer geistiger Behinderung wohnen können. Protze hofft, dass die Umbauarbeiten zügig voran gehen: "Da es sich um einen Altbau handelt, kann es aber noch die eine oder andere Überraschung geben."

Mit der Einrichtung der Harsefelder Außenwohngruppe beschreiten die Rotenburger Werke weiter konsequent einen Weg, den sie vor ein paar Jahren eingeschlagen haben: Ziel ist es, im Sinne der Inklusion verstärkt in die Fläche zu gehen und die Angebote am Stammort Rotenburg zu reduzieren. "Es ist durchaus denkbar, dass wir auch im Kreis Stade weitere Standorte einrichten", sagt Protze. Die Nachfrage ist jedenfalls vorhanden: Für die bereits bestehende Einrichtung in Harsefeld gibt es eine lange Warteliste. Rund 30 Behinderte würden gern in den Geestflecken ziehen, um beispielsweise näher bei ihren Familien zu wohnen.

Die Schaffung einer externen Wohngruppe passe ins hervorragend ins Konzept der Rotenburger Werke, so Protze: "Wir verfolgen ein Stufenmodell." In der Stufe 1 gehe es um die Intensiv-Betreuung Schwerstbehinderter, während Stufe 2 darauf abziele, Menschen mit einer mittelschweren geistigen Behinderung dabei zu helfen, selbstständiger zu werden. Beides decke das derzeitige Angebot in Harsefeld ab. Mit der künftigen Wohngruppe im alten Missionshaus werde dann Stufe 3 umgesetzt: "Hier zielt die Unterstützung darauf ab, dass die Bewohner in ihren Alltag zu einem großen Teil eigenständig bewältigen."

Dazu könne auch gehören, ohne fremde Hilfe mit Zug oder Bus den Weg zum Arbeitsplatz in einer Behinderten-Werkstätte zurückzulegen. Aus dieser Sicht sei die Lage des ehemaligen Missionshauses ideal, so Protze: "Bis zum Bahnhof ist es nur ein kurzer Fußweg." Auch zum Ortskern mit seinen vielfältigen Angeboten seien es nur ein paar Gehminuten: "Wir bauen eben nicht auf der grünen Wiese, sondern lassen die von uns betreuten Menschen am Leben mitten im Ort teilhaben."