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Rotkreuzler feiern in diesem Jahr Jubiläum

Heiko Kania sichtet die Dokumente für die Harsefelder DRK-Chronik
jd. Harsefeld. Vom patriotischen Frauenverein zur modernen Hilfsorganisation: Harsefelder DRK-Ortsverein besteht 100 Jahre.Der Harsefelder DRK-Ortsverein will in diesem Sommer ganz groß feiern. Die Rotkreuzler aus dem Geestflecken begehen dann ihr 100-jähriges Jubiläum. Im Jahre 1914 wurde in Harsefeld kurz nach Ausbruch des 1. Weltkrieges der "Vaterländische Frauenverein" gegründet, aus dem später die Harsefelder Ortsgruppe der Rotkreuzler hervorging. Pünktlich zum großen Festakt im September soll eine Chronik erscheinen, in der die Arbeit des Harsefelder DRK vom Kaiserreich bis heute dokumentiert wird. Der Ortsvereins-Vorsitzende Heiko Kania ist mit einigen Mitstreitern gerade dabei, für das vorgesehene Buch historische Aufzeichnungen und wichtige Fakten zusammenzutragen. Außerdem ist vorgesehen, das Jubiläum mit zahlreichen Veranstaltungen zu begleiten.

Offenbar wurden auch die Harsefelder Frauen von der Welle des Hurra-Patriotismus erfasst, die nach Kriegsbeginn quer durch das Deutsche Reich schwappte. Die Damen, die sich im "Vaterländischen Frauenverein" zusammenfanden, machten sich voller Begeisterung daran, warme Socken für die Soldaten zu stricken, die an der Front fröstelten. Der Verein bildete außerdem Sanitäterinnen aus, die meist in Kriegslazaretten zum Einsatz kamen und Verwundete versorgten. Danach herrschte laut Kania Funkstille: Aus der Zeit der Weimarer Republik gibt es keinerlei Quellen, die über die Aktivitäten des Frauenvereins in Harsefeld Auskunft geben könnten.

Wahrscheinlich gegen Ende der 20er oder Anfang der 30er Jahre erfolgte dann der Übergang zum DRK. Laut Kania ist ein Eintrag aus dem Jahre 1936 dokumentiert, in dem ein "Sanitäts-Halbzug Harsefeld" des Roten Kreuzes erwähnt wird. Im NS-Staat war die Hilfsorganisation streng nach dem Führerprinzip strukturiert. Als die Nazis erneut einen Krieg vom Zaun brachen, waren es wieder die Frauen, die ihren Dienst als DRK-Helferinnen hinter der Front versahen.

In der jungen Bundesrepublik unterstütze der Harsefelder Ortsverein dann den DRK-Suchdienst, der die Aufgabe hatte, in den Wirren von Krieg, Flucht und Vertreibung auseinandergerissene Familien zusammenzuführen. Später kamen die Kleidersammlungen, die Blutspendetermine sowie das Versenden von Hilfspaketen nach Osteuropa hinzu.

Unter der Leitung von Kanias Vorgänger Helmut Meyer wurde das DRK zu einer Institution, die aus dem Leben Harsefelds nicht mehr wegzudenken ist.