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Sanddünen statt Schneeflocken

Die Harsefelder Gymnasiasten Andre, Jannik, Henrik und Finn Malte (v.li.) sind unter die Filmemacher gegangen. In ihrem Trickfilm dreht sich alles um Legosteine und -figuren
jd. Harsefeld. Gymnasiasten holten sich mit einem Trickfilm europäischen Preis.Es war zwar nicht der "Oscar", doch der Preis, den vier Harsefelder Schüler mit ihrem selbstgedrehten Kurz-Trickfilm "Schneemänner unter Palmen" einheimsten, kann sich sehen lassen: Für ihren animierten Streifen mit Lego-Männchen als Hauptakteuren wurden die Siebtklässler Jannik Ruiter, Finn Malte Potreck, Andre Böckmann und Henrik Sturm als Niedersachsen-Sieger des "Europäischen Wettbewerbs" ausgezeichnet. Dieser Wettbewerb ist der älteste seiner Art in Deutschland und hat das Ziel, junge Menschen mit der Idee eines geeinten Europas vertraut zu machen. Niedersachsenweit beteiligten sich knapp 2.800 Schüler.

Eine witzige Idee, Hunderte aneinandergereihte Fotos und Tausende von Legosteinen: Das sind die Hauptzutaten für die Erstlingsproduktion der jungen Filmemacher. Den Anstoß gab ihre Kunstlehrerin Heike Stamerjohanns. Sie meldete gleich die ganze Klasse für den Wettbewerb an. "Aus den vorgegebenen Themen wählten die Schüler das Motto 'Abenteuerurlaub in Europa aus", berichtet die Pädagogin. Da die vier Jungs wenig Lust verspürten, eine Collage zu basteln oder ein Bild zu malen, entschieden sie sich, einen Trickfilm zu drehen.

Der Inhalt ist schnell erzählt: Die Lego-Familie will in den Ski-Urlaub nach Schweden fliegen, landet aber wegen einer Fehlbuchung in der Sahara. Die Urlauber machen das beste aus der Situation und surfen mit ihren Snowboards in den Sanddünen. Mit einer simplen Digitalkamera ging das Quartett zu Werke. Nach acht Unterrichtsstunden und einem Drehtag im heimischen "Studio" waren rund 30 Minuten Filmmaterial im Kasten, das die vier per PC digital nachbearbeiteten, vertonten und auf eine Länge von fünf Minuten zusammenschnitten.

Wie bei einer professionellen Filmproduktion arbeiteten die Schüler mit allen Tricks und Raffinessen. So setzten sie einen sogenannten Greenscreen ein: Vor einer grünen Filzdecke filmten sie einen Lego-Flieger. Anschließend wurde draußen der Himmel aufgenommen. Am Computer montierten die Videocracks Vorder -und Hintergrund zu einer Szene zusammen, sodass das Flugzeug im Film vor den Wolken schwebt.

Doch man kann nie auslernen, ist sich das junge Filmteam einig. Deshalb steht demnächst ein Kinobesuch an: Die Schüler wollen sich das "Lego-Movie" anschauen. Die Produktion der Warner-Studios ist bereits wenige Wochen nach Kinostart einer der erfolgreichsten Trickfilme aller Zeiten. "Vielleicht können wir uns ja noch ein paar Kniffe abgucken", meinen die vier.