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Schnell dank "Mister DSL": IT-Experte Klaus Scholz aus Harsefeld unterstützt den Landkreis beim Ausbau des schnellen Internets

Klaus Scholz in seinem Büro. Auf den Monitoren sind "unterversorgte" Orte dargestellt (Foto: jd)
 
Bei der Übergabe des Förderbescheids (v.li.): Minister Alexander Dobrindt, Staatssekretär Enak Ferlemann, Erster Kreisrat Dr. Eckart Lantz, Bundestagsabgeodneter Oliver Grundmann sowie die IT-Experten Christian Grothmann und Klaus Scholz (Foto: BMVI)
(jd). Es ist wie ein Sechser im Lotto: Der Landkreis Stade erhält fast sieben Millionen Euro vom Bund, um den Ausbau des schnellen Internets voranzutreiben. Weitere zwei Millionen Euro packt das Land Niedersachsen dazu. Mit strahlendem Gesicht nahm der Erste Kreisrat Dr. Eckart Lantz den Förderbescheid in Berlin entgegen (das WOCHENBLATT berichtete). Doch anders als beim Lotto hat das Ganze nichts mit Glück zu tun: Dass Stade als einer von vier Landkreisen in Niedersachsen den Zuschlag erhielt, ist der wohlverdiente Lohn monatelanger Arbeit. Das Team im Stader Kreishaus hatte detaillierte Antragsunterlagen zusammengestellt. Dabei wurde ein alter Hase in Sachen Breitbandförderung mit ins Boot geholt, um der Fachabteilung mit Rat und Tat zur Seite zu stehen: Klaus Scholz aus Harsefeld ist "Mister DSL".

Der IT-Experte aus dem Harsefelder Rathaus beschäftigte sich bereits mit dem Breitband-Ausbau, als die Förderung schneller Internet-Leitungen noch in den Kinderschuhen steckte. Dank seiner intensiven Vorbereitungen konnte Harsefeld als einzige Kommune im gesamten Elbe-Weser-Dreieck zuschlagen, nachdem 2009 die ersten Förderprogramme aufgelegt wurden. "Damals lag die Messlatte hinsichtlich des Internet-Tempos bei einem Megabit pro Sekunde (Mbit/s)", erinnert sich Scholz. Gebiete, die darunter lagen, galten als unterversorgt. Der "Förder-Fuchs" erreichte es, dass mehrere Dörfer rund um Harsefeld den Anschluss an die Daten-Autobahn erhielten - für kleines Geld: das Land gab einen Zuschuss von immerhin 90 Prozent.

"Die Fördergelder gehen an die Kommunikationsdienstleister, die den Internet-Ausbau vornehmen", erläutert Scholz. Auf diese Weise werde die sogenannte Wirtschaftslichkeitslücke gedeckt. "Diese Lücke klafft dann, wenn die erwartenden Einnahmen durch die Netzanschlüsse geringer sind als die Investitionskosten für die Leitungen." Vielerorts wurden durchschnittliche Übertragungsraten von etwa zehn Mbit/s erzielt. Ein Quantensprung zum bisherigen "Dorf-DSL", das weit unter einem Mbit/s lag.

Doch die Anforderungen in Bezug auf schnelles Internet stiegen rasant. Irgendwann wurde auch den Verantwortlichen in Hannover klar, dass das Tempo auf der Datenautobahn schleunigst erhöht werden musste, um nicht den Anschluss zu verpassen. Zunächst schraubte man die Fördergrenze auf zwei, dann auf sechs Mbit/s hoch. Erneut wurde Scholz aktiv, diesmal gleich für mehrere Kommunen. Es hatte sich im Landkreis mittlerweile herumgesprochen, dass im Harsefelder Rathaus ein Experte in Sachen Breitband sitzt.

So setzte schließlich auch der Landkreis beim aktuellen Förderprogramm auf Scholz' Kompetenz - mit Erfolg, wie sich zeigte. Der IT-Fachmann gibt sich allerdings bescheiden: "Es war eine Teamleistung." Allerdings ist es fraglich, ob die Sache ohne "Mister DSL" so gut gelaufen wäre. Schließlich hat er in Zusammenarbeit mit den Kommunen akribisch diejenigen Gebiete herausgepickt, für die eine Förderung in Betracht kommt. Das sind kreisweit immerhin 81 Bereiche. Dabei wurden die Kriterien an die Realität angepasst: Mittlerweile gelten Anschlüsse mit einem Tempo von weniger als 30 Mbit/s als unterversorgt.


Wie geht es weiter?

Die Zuschüsse für die einzelnen Projekte teilen sich wie folgt auf: Der Bund gibt 50 und das Land 20 Prozent. Die restlichen 30 Prozent müssen die Kommunen übernehmen, doch der Landkreis hat zugesagt, ein Drittel beizusteuern. Derzeit werden die Ausschreibungen für die einzelnen Maßnahmen vorbereitet. Beworben haben sich im Vorfeld die EWE, die Telekom sowie Kabel Deutschland. Bis Ende 2018 müssen alle Projekte umgesetzt sein. Ziel ist es, mindestens 85 Prozent der betreffenden Anschlüsse mit mehr als 50 MBit/s zu versorgen.