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Stürme hielten die Harsefelder Feuerwehr in Atem

Auf der Versammlung wurden zahlreiche Ehrungen vorgenommen. Das Bild zeigt die Geehrten sowie einige Funktionsträger Foto: jd
Generalversammlung der Ortswehr: Olaf Jonas wurde als Ortsbrandmeister wiedergewählt / Streit um Jugendwarte

jd. Harsefeld. Olaf Jonas bleibt Ortsbrandmeister in Harsefeld. Jonas wurde auf der Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr wiedergewählt. Formell muss diese Wahl für eine weitere sechsjährige Amtszeit noch durch den Rat des Flecken bestätigt werden. Allerdings stand die Versammlung im Schatten eines Zwistes um den Rücktritt des Jugendwartes Torsten Kück und seines Stellvertreters Manfred Petrick (siehe Kasten). Das zeigte sich auch bei der Abstimmung: 43 Anwesende votierten zwar für Jonas, der keinen Gegenkandidaten hatte, doch er erhielt immerhin auch 20 Nein-Stimmen. "Die Kritik ist angekommen", erklärte der alte und neue Ortsbrandmeister: Er signalisierte Gesprächsbereitschaft mit denjenigen, die gegen ihn gestimmt hatten.

In der Runde war man sich einig, nun den Blick nach vorn zu richten: Immerhin wird am 14. Juli das 125-jährige Bestehen der Harsefelder Feuerwehr gefeiert. Die Planungen für die Jubiläumsfeiern laufen bereits auf Hochtouren: So findet am 11. August eine XXL-Schlagernacht mit Jürgen Drews in der Eissporthalle statt und am 9. September wird im Rahmen des Herbstmarktes eine Feuerwehr-Mall ausgerichtet. Der Pressewart Günter Kachmann hat bereits eine Neuauflage der Feuerwehr-Chronik "Der rote Hahn" in Arbeit.

Zu einer Feuerwehr-Generalversammlung gehört auch ein Rückblick auf die Einsätze des Vorjahres. Hier ging es im wahrsten Sinne des Wortes "stürmisch" zu: "Vier Sturmtiefs hatten uns 2017 in Atem gehalten", berichtet Jonas. Die freiwilligen Helfer seien an diesen Tagen bis zu zwölf Stunden im Einsatz gewesen, um Sturmschäden wie umgestürzte Bäume zu beseitigen. Bedingt durch diese Orkane sei die Zahl der Einsätze im Vergleich zu 2016 um 50 Prozent gestiegen, sodass die Feuerwehrleute 135 mal ausrücken mussten. 20-mal wurde der Alarm wegen eines Brandes ausgelöst. Hier sei es der Harsefelder Ortswehr dank ihres raschen Eingreifens gelungen, Sachwerte in Höhe von knapp 2,7 Mio. Euro vor den Flammen zu bewahren, so Jonas.

Derzeit umfasst die Freiwillige Feuerwehr Harsefeld 86 aktive Mitglieder, neun davon sind weiblich. Positiv auf die Mitgliederzahlen würden sich die Neubaugebiete auswirken, so Jonas: Durch den Zuzug von Neubürgern gebe es einen Zuwachs an bereits ausgebildeten Feuerwehrleuten. Beeindruckend ist das ehrenamtliche Engagement der Harsefelder Brandschützer: Die Aktiven absolvierten mehr als 11.000 Dienst- und Einsatzstunden. Der Ortsbrandmeister rechnete vor, was diese Zahl bedeutet: "Das entspricht bei einem Acht-Stunden-Tag 17,4 Arbeitstage pro aktivem Mitglied im Jahr 2017."


"Wieder miteinander reden"

"Es ist an der Zeit, endlich wieder vernünftig miteinander zu reden" - diesen Appell richtete auf der Versammlung ein gestandener Feuerwehrmann an seine Kameraden. Günter Kachmann, Chronist und Pressewart der Harsefelder Feuerwehr, fand die passenden Worte zu einem Streit, der seit einigen Monaten zwischen der Ortswehr-Führung und dem Jugendwart sowie dessen Stellvertreter schwelte und der schließlich zum Rücktritt der beiden Letztgenannten führte (das WOCHENBLATT berichtete).

Dabei ging es nicht um die Arbeit der Jugendgruppe, sondern um eine andere Personalie in Zusammenhang mit dem ehemaligen Jugendwehr-Vize Manfred Petrick. Dass der Streit zu einem Riss in der Ortswehr geführt hat, wurde nicht nur am relativ schlechten Wahlergebnis für den Ortsbrandmeister deutlich: Einige Male drohte die Situation nach Zwischenbemerkungen der Zurückgetretenen zu eskalieren. Doch der Ortsbrandmeister bewies Souveränität und ließ sich nicht provozieren. Kachmann forderte von Jonas' Kritikern ein, nach dessen Wiederwahl gegenüber die Feuerwehr-Führung loyal zu sein: "Schießt nicht weiter mit Giftpfeilen." Anderseits sei das Leitungsteam gehalten, den eigenen Führungsstil zu überdenken.

Ein Ende des Streits forderte auch Harsefelds Bürgermeister Michael Ospalski. Er fand deutliche Worte: "Hört auf mit diesem Sch... und besinnt euch auf eure Aufgabe, nämlich für die Menschen hier in Harsefeld da zu sein." Wer mit der Feuerwehrführung nicht einverstanden sei, hätte den "A... in der Hose" haben müssen einen Gegenkandidaten aufstellen, anstatt weiter zu motzen. Nun sei es geboten, den Ortsbrandmeister zu unterstützen.