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SuedLink-Trasse im Landkreis Stade: Planungen wieder auf Null

Mit der SuedLink-Trasse soll Windstrom in den Süden transportiert werden. Ahlerstedts Bürgermeister Uwe Arndt (kl. Foto)kritisiert das Vorgehen des Betreibers Tennet
(jd). Den Begriff "SuedLink" kann Ahlerstedts Bürgermeister Uwe Arndt langsam nicht mehr hören: Die geplante Windstrom-Überlandleitung, die quer durch den Landkreis Stade führen soll, hat dem Kommunalpolitiker schon erhebliches Kopfzerbrechen bereitet. Nach den Plänen, die der Leitungs-Betreiber Tennet für das offizielle Genehmigungsverfahren eingereicht hat, verläuft die sogenannte Vorzugsvariante mitten durch Ahlerstedter Gebiet. Bedenken seitens der Gemeinde wurden von Tennet ignoriert. Doch nun ist ohnehin alles hinfällig: Es muss neu geplant werden, da die schwarz-rote Koalition in Berlin aus Imagegründen jetzt das wesentlich teurere Erdkabel favorisiert.

"Alles, was bisher zum Thema SuedLink diskutiert wurde, war quasi nutzlos", sagt Arndt: Er habe kürzlich mit den Verantwortlichen bei Tennet telefoniert und die Auskunft erhalten, dass das komplette Prozedere neu aufgerollt werden müsse. Aufgrund der Entscheidung in Berlin zugunsten der Erdverkabelung sei es erforderlich, den gesamten Trassenverlauf neu zu überplanen. "Das bedeutet im Klartext, dass wir wieder von vorn anfangen", meint Arndt: Tennet müsse sich jetzt auf die Suche nach neuen Korridoren begeben - dieses Mal unter der Prämisse, dass die Trasse überwiegend unterirdisch verlaufe.

"Hoffentlich begeht Tennet nicht wieder den Fehler, die betroffenen Kommunen außen vor zu lassen", warnt Arndt. Im vergangen Jahr gab es in vielen Orten Aufruhr, nachdem das Stromunternehmen die möglichen Trassenverläufe veröffentlicht hatte, ohne zuvor mit den Gemeinden Rücksprache gehalten zu haben. Wie berichtet, gab es neben der Vorzugsvariante (Hollern-Twielenfleth-Dollern-Helmste-Wohlerst-Oersdorf-Wangersen) noch mehrere Alternativstrecken, die unter anderem durch Kehdingen sowie die Samtgemeinden Fredenbeck und Oldendorf-Himmelpforten führen sollten.

Besondere Aufregung herrschte in Apensen: Dort warf man den Ahlerstedtern vor, dafür gesorgt zu haben, dass zwei quer durch Apenser Territorium führende Varianten neu in die Planungen aufgenommen wurden. "An dieser Behauptung ist nichts dran", sagt Arndt: Doch diese Sache zeige, wie durch die SuedLink-Pläne das Klima zwischen den betroffenen Kommunen vergiftet worden sei.

Der Ahlerstedter Bürgermeister hofft, dass sich die Aufregung nun legt: "Gegen Erdkabel wird wohl niemand etwas einzuwenden haben." Im Prinzip könne das überall verlegt werden - mit Ausnahme von Wasserschutzgebieten. Nach seinen Informationen will Tennet bis zum Jahresende von externen Experten und Fachanwälten einen neuen Kriterienkatalog erarbeiten lassen. Schließlich sei bei Erdleitungen von anderen Erfordernissen auszugehen als bei hohen Strommasten. Erst danach gehe Tennet an die Planung von neuen Korridoren, so Arndt: "Ende 2016 erfährt dann die Öffentlichkeit, wie die neue SuedLink-Trasse verlaufen soll."