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Verunsicherung statt Informationen: Note „mangelhaft“ für das Krisenmanagement am Harsefelder Gymnasium

KOMMENTAR zum Artikel "Elternkritik nach Chemieunfall"

Was hat eine so gefährliche Chemikalie wie Brom an einer Schule zu suchen? Diese Frage stellen sich jetzt viele Eltern. Die Antwort darauf ist recht simpel: Experimente mit Brom gehören zum Lehrplan der Gymnasien. Allerdings erst für die Oberstufe. Noch ist das Harsefelder Gymnasium die Antwort schuldig, warum ein Lehrer die Flasche mit dem Totenkopfsymbol aus dem Giftschrank holte, um sie Neuntklässlern zu zeigen.

Das WOCHENBLATT hat diese Frage dem Schulleiter Johann Book gestellt. Statt darauf zu antworten, wirft er uns vor, mit unserem Online-Bericht über den Chemieunfall Eltern verunsichert zu haben. Das ist starker Tobak: Schließlich war es die Schule, die die Eltern zunächst im Unklaren über die Situation gelassen hat. Ein Hinweis auf der Homepage (die sicherlich von jedem Notebook aus aktualisiert werden kann) erfolgte erst Stunden später.

Wenn Dutzende von Feuerwehrautos mit Blaulicht und Martinshorn quer durch Harsefeld Richtung Schulzentrum rasen, ist es verständlich, dass Eltern in Sorge geraten. Doch der Griff zum Telefon brachte nichts: Ein Großteil der Schüler musste Taschen und Ranzen mitsamt Handy im Schulgebäude zurücklassen. Aus zahlreichen Gesprächen mit Eltern weiß ich: Das WOCHENBLATT war in diesem Fall die wichtigste Nachrichtenquelle.

Hilfreich wäre es gewesen, am Schultag nach dem Unfall einen Infozettel zu verteilen, um die Eltern mit ihren Fragen zu gesundheitlichen Risiken für ihre Kinder nicht im Regen stehen zu lassen. Die rudimentären Infos, die kurzfristig auf der Schulhomepage standen, waren eher verwirrend.

Was die Informationspolitik der Schule und den Umgang mit kritischen Fragen der Medien angeht, kann ich zu Schulleiter Book nur sagen: Setzen, mangelhaft!

Jörg Dammann