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Viele Tiere sterben im Verkehr: Jägerschaft des Landkreises Stade stellt Jahresrückblick vor

Die Jäger im Landkreis Stade versuchen die Bestände des Rebhuhns aufzupäpeln. (Foto: Rolfes/DJV)
am. Harsefeld. Insgesamt 792 Rehe, Hirsche und Wildschweine wurden im Jahr 2015 auf den Straßen im Landkreis Stade getötet. „Das ist ein besorgniserregender Trend“, sagte Peter Heinsohn, Vorsitzender der Kreisjägerschaft, bei der Jahreshauptversammlung und Hegeschau. Er stellte den Streckenbericht für das vergangene Jahr vor.
Obwohl das Rebhuhn seit Jahren nicht mehr bejagt wird, erholt sich der Bestand kaum. 19 Tiere sind im vergangenen Jahr jedoch auf den Straßen getötet worden. Und auch der Fasan bleibt gefährdet, da sein Nachwuchs oft nicht genug Nahrung findet.
Doch es gibt auch Populationen, die genug wachsen, um bejagt zu werden. Insgesamt 3.628 Hasen und 2.642 Rehe haben die Jäger im vergangenen Jahr erlegt. Und auch Wildschweine stehen unter anderem wegen der afrikanischen Schweinepest auf der Abschussliste.
Heinsohn unterstrich in seiner Rede die Notwendigkeit, Maßnahmen zu ergreifen, um zerstörte Lebensräume wieder herzustellen. „Die Förderung der Tier- und Pflanzenwelt ist die Aufgabe der Jägerschaft als anerkannter Naturschutzverband“, sagte der Vorsitzende. Man könne zwar den Rückgang der Artenvielfalt nicht aufhalten, aber ihn verlangsamen.
Als positive Entwicklung der vergangenen Jahre nannte Heinsohn die Kooperation mit Landwirten und die Einrichtung von Blühstreifen. „35 Hektar - das entspricht 45 Fußballfeldern - Blütenzauber gibt es an den Feldrändern im Landkreis“, so der Vorsitzende. Dies sei nicht nur Nahrungsquelle für Bienen, andere Insekten und Fledermäuse, sondern auch ein Lebensraum für Kleintiere.
Auch Ereignisse aus der jüngsten Vergangenheit, die für Aufsehen sorgten, fanden bei der Jahreshauptversammlung Erwähnung. „Wie der Marderhund, der Waschbär und der Uhu ist nun auch der Wolf als Neubürger im Landkreis gesichtet worden“, so Kreisjägermeister Günther Bube, der in seinem Amt für vier weitere Jahre bestätigt wurde. „Unsere Willkommenskultur wird sich danach richten, ob Wolf, Wiesenvogelschutz und die Deichsicherheit in Einklang zu bringen sind.“
Landrat Michael Roesberg verurteilte die „hinterhältige Tat des Abschusses eines Seeadlers“ und warnte im gleichen Atemzug davor, die Jägerschaft unter Generalverdacht zu stellen.