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"Wir freuen uns, wenn er hier vorbeischaut": Asylbewerber nehmen "Kontroll-Bufdi" in Schutz

Mohammed Mohammed, Mohammed Ilqisi, Nois Oubaidi und Ahmed Mohammed (v.li.) fühlen sich wohl in Harsefeld (Foto: jd)
jd. Harsefeld. Die Kritik hat schon eine gewisse Brisanz: Ehrenamtliche Flüchtlingsbetreuer monieren, dass Asylbewerber in der Samtgemeinde Harsefeld zu hart "angefasst" werden. Ein im April von der Kommune eingestellter Bundesfreiwilligendienstler (Bufdi), der im Auftrag der Verwaltung die Unterkünfte kontrolliert, soll die Privatsphäre der Bewohner verletzt haben, so der Vorwurf (das WOCHENBLATT berichtete). Selbst Rathauschef Rainer Schlichtmann sprach davon, dass es am Anfang "ein wenig holperig gelaufen" ist. Nun haben sich einige Asylbewerber gemeldet, die den Bufdi in Schutz nehmen: "Es gab keine überzogenen Kontrollen", sagen vier junge Männer aus dem Irak.

Egal, in welchem Umfang die Vorwürfe zutreffend sind: Einen Fehler hat die Verwaltung selbst begangen. Es gab für den Bufdi keine Dienstanweisung, wie er sich bei den Kontrollen in den Asylbewerber-Wohnungen zu verhalten hat. Dieser Fehler wurde inzwischen ausgebügelt. Um einen ausgesprochenen "Kontroll-Freak" scheint es sich bei dem 46-jährigen Bufdi aber nicht zu handeln: Nach Angaben der jungen Iraker hat er in deren Quartieren weder nachgeschaut, ob die Betten gemacht sind, noch den Inhalt der Schränke inspiziert.

"Der Mann sieht bei uns in regelmäßigen Abständen nach dem Rechten", sagen die vier Asylbewerber. Darüber seien sie auch froh, denn so mancher Mitbewohner halte sich nicht an die Regeln des Zusammenlebens. Die jungen Männer finden es daher richtig, wenn ab und an ein paar mahnende Wort fallen. Gegenüber dem WOCHENBLATT erklärten sie, dass sie zu dem Bufdi ein außerordentlich gutes Verhältnis haben und ihn sogar mit seinem Vornamen ansprechen: "Wir freuen uns einfach, wenn er hier ab und zu vorbeischaut."