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Wogen im Therapiebad Harsefeld noch nicht geglättet

Das war einmal: eine Gruppe der Rheumaliga im Harsefelder Therapiebad
jd. Harsefeld. Beim Zwist um das Harsefelder Therapiebad schlugen die Wogen vor einiger Zeit hoch - und offenbar haben sie sich immer noch nicht geglättet: Wie berichtet, fühlt sich die bisherige Betreiberin Ulrike Bütikofer vom Vermieter, der Kreissparkasse Stade, ausgebootet. Das Kreditinstitut hatte den Pachtvertrag nicht verlängert. Es soll um Differenzen hinsichtlich der Wartung und des Betriebes des Bades gegangen sein. Neuer Mieter ist seit dem 1. April der Verein "Rehasport" e.V., der gleich für einen Paukenschlag sorgte: Die Rheumaliga, seit vielen Jahren wichtigster Kooperationspartner von Bütikofer und einer der Hauptnutzer des Therapiebades, musste seine dortigen Gesundheitskurse einstellen. Etliche Teilnehmer der bisher von der Rheumaliga ausgerichteten Funktionstrainings-Kurse müssen sich nun nach anderen Angeboten umschauen.

Der Verein "Rehasport" habe die erforderliche Kooperationsvereinbarung über das Wasser-Funktionstraining nicht unterzeichnet, bestätigte der Rheumaliga-Landesgeschäftsführer Hans-Joachim Metzig auf WOCHENBLATT-Anfrage. Metzig kann oder will sich aber keinen Reim darauf machen, warum die bewährte Zusammenarbeit mit Bütikofer nicht von den Nachfolgern fortgeführt wird. Nach Auskunft von Carmen Ziegler vom Vorstand der Buxtehuder Rheumaliga-AG richtet der "Rehasport"-Verein nun selbst das Funktionstraining aus, das bei Beschwerden des Bewegungsapparates ärztlich verordnet wird.

Ziegler war vorher auf Honorarbasis als Therapeutin für die Rheumaliga tätig und hat nun beim "Rehasport" angeheuert. "Der Inhalt ist der gleiche, nur das Etikett hat sich geändert", meint sie. Da aber mehrere ihrer Kolleginnen abgesprungen seien, könne nur ein Teil der bisher 24 Kurse fortgeführt werden. Von der Vereinsleitung war bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme zu erhalten.

Ziegler will vom Hick-Hack um das Therapiebad nichts mehr hören: "Den meisten Patienten ist es letztlich egal, bei wem sie ihre Anwendungen erhalten." Das sieht Ulrike Bütikofer allerdings anders: "Nach meiner Ansicht ist das nichts anders als ein Rausschmiss der Rheumaliga - aus finanziellen Gründen." Der Verein "Rehasport" könne nun direkt mit den Kassen abrechnen und erziele so höhere Einnahmen als dies bei einer bloßen Kooperation mit der Rheumaliga möglich gewesen wäre.

Bütikofer selbst fühlt sich nach wie vor ungerecht behandelt. Sie sei gemeinsam mit der Rheumaliga vor fünf Jahren in die Bresche gesprungen, als der Fortbestand des Therapiebades gefährdet war. Ihr langjähriges Engagement sei von der Sparkasse mit Füßen getreten worden. "Ich habe mit der Kündigung des Mietvertrages alles verloren, was ich mir über Jahre hinweg aufgebaut hatte", sagt Bütikofer. Doch nun sei ihr unverhofft ein Neuanfang in Oldendorf geglückt.

"Im Oldendorfer Physiotherapie-Zentrum gibt es ebenfalls ein Bad", berichtet Bütikofer: "Der Eigentümer wollte es eigentlich schließen, weil die Technik nicht mehr den heutigen Erfordernissen entsprach." Nun habe sie das Bad gepachtet und es in den vergangenen Monaten saniert. Unter anderem sei eine komplett neue Filtertechnik eingebaut worden. Das Kursangebot sei das gleiche wie in Harsefeld und reiche vom Babyschwimmen bis zur Aqua-Fitness. "In Oldendorf habe ich mir auch die Rheumaliga wieder mit ins Boot geholt", erklärt Bütikofer: Jetzt kooperiere sie mit der Stader Rheumaliga-AG.

• Infos zum Therapiebad Oldendorf sind weiter unter der Internet-Adresse www.therapiebad-harsefeld.de zu finden.