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Zoff wegen Zweigstellen-Schließung: Wangerser Filiale der Volksbank Ahlerstedt macht dicht

Die Menschen in Wangersen wollen ihre Volksbank unbedingt im Dorf behalten
jd. Ahlerstedt-Wangersen. Protest gegen Filial-Aus: Im Dorf werden Unterschriften gesammelt. Wer in Wangersen wohnt und Volksbank-Kunde ist, muss künftig fünf Kilometer fahren, um an Bargeld oder Kontoauszüge zu kommen: Am 14. November schließt dort die einzige Zweigstelle der Volksbank Ahlerstedt für immer ihre Pforten. Der Vorstand des Geldinstituts, das eine der kleinsten Genossenschaftsbanken in Deutschland ist, begründet die Schließung mit wirtschaftlichen Zwängen. Es müsste viel Geld in die Modernisierung der Filiale gesteckt werden, die ohnehin über keinen Geldautomaten verfügt. Im Dorf formiert sich nun Protest: Der Wangerser Gastronom Jürgen Eckhoff sammelt derzeit Unterschriften, um das Aus für die Zweigstelle in letzter Minute zu verhindern.

"An die älteren Menschen wird gar nicht gedacht", beklagt sich Eckhoff. Nicht jeder Volksbank-Kunde sei mobil und könne mal eben mit dem Auto nach Ahlerstedt "düsen", um seine Bankgeschäfte zu erledigen. Für die vor zwei Jahren erfolgte Einschränkung der Öffnungszeiten - außer an Donnerstagen ist die Wangerser Zweigstelle nachmittags geschlossen - habe er noch Verständnis gehabt, so Eckhoff. Dass die Lichter aber ganz ausgehen sollen, sei empörend. "Gerade eine Volksbank sollte Volksnähe beweisen und nicht nur auf Profit aus sein", ärgert sich Eckhoff, der nach eigenen Angaben bereits 100 Unterschriften gesammelt hat.

"Eigentlich ist nur eine Handvoll Kunden betroffen", sagt hingegen Co-Vorstandschefin Elke Wichels. Viele Wangerser würden schon jetzt in die Ahlerstedter Hauptstelle fahren, denn nur dort bekämen sie den kompletten Service geboten. In Wangersen sitze nur eine einzige Mitarbeiterin, die lediglich Geld auszahlen und Überweisungen entgegennehmen könne. "Diese Kollegin würden wir in Ahlerstedt viel dringender benötigen", meint Wichels. Das Geld, das für den Erhalt der Wangerser Zweigstelle verwendet werden müsste, könne viel sinnvoller in die Zukunft der kleinen Volksbank investiert werden. "Wir sind ständig dabei, die Qualität unsere Beratung zu verbessern, und das erfordert eine kostenintensive Schulung unseres Personals", sagt Wichels.

Auf der Generalversammlung habe es ausreichend Gelegenheit gegeben, über die Schließung zu diskutieren. "Doch Herr Eckhoff hat sich dort nicht zu Wort gemeldet", wundert sich Wichels. Auch der Vorstand habe mit vielen Kunden und Mitgliedern der Genossenschaft gesprochen. Fast alle hätten Verständnis für die Entscheidung gezeigt, die Zweigstelle zu schließen. Rein "nostalgische" Erwägungen, wie Eckhoff sie vertrete, dürften keine Rolle spielen, meint Wichels. Und sollte es irgendwann einmal um die Frage der Eigenständigkeit gehen, sei die Wangerser Zweigstelle nur ein Klotz am Bein.

• Sollte die Unterschriften-Aktion nicht fruchten, will Eckhoff gegen die Schließung klagen: Als damalige Spar- und Darlehenskasse Wangersen 1992 mit der Volksbank Ahlerstedt fusioniert hat, wurde vertraglich vereinbart, dass der Standort Wangersen 30 Jahre lang als Zweigstelle erhalten bleibt. Eckhoff betrachtet die vorzeitige Schließung als krassen Vertragsbruch. Der Volksbank-Vorstand räumt einer etwaigen Klage wenig Erfolgsaussichten ein.