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Zu Besuch im "Bellevue"- Svenja und Björn Schmahl aus Harsefeld waren beim Bundespräsidenten, um Öko-Initiative im Handwerk vorzustellen

Joachim Gauck ließ sich von Björn Schmahl über nachhaltige Produktionsweise im Handwerk berichten (Foto: privat)
jd. Harsefeld/Berlin. Angesichts des drohenden Klimawandels kommt dem Schutz der Regenwälder eine besondere Bedeutung zu. Doch nicht zuletzt die Nachfrage nach Tropenhölzern führte zur Abholzung riesiger Waldflächen. Mittlerweile ist ein Umdenken eingetreten: Bau- und Möbeltischler verwenden zunehmend zertifizierte Hölzer, oftmals sogar aus heimischen Wäldern. Zu den Vorreitern eines ökologisch verantwortungsbewussten Umgangs mit Holz zählt die Tischlerei "Holzatelier" aus Harsefeld. Jetzt waren die Inhaber Svenja und Björn Schmahl zu Gast beim Bundespräsidenten Joachim Gauck. Im Park von Schloss Bellevue, Gaucks Amtssitz, informierten sie gemeinsam mit Berufskollegen über ihr Engagement in Sachen Nachhaltigkeit. Der Besuch in Berlin erfolgte im Rahmen der "Woche der Umwelt".

"Wir freuen uns, dass wir unsere Arbeit vorstellen durften", sagt Svenja Schmahl. Für die Ausstellung im Schlosspark, bei der es um lösungsorientierte Innovationen im Natur- und Umweltschutz quer durch alle Branchen und gesellschaftlichen Bereiche ging, hatten sich bundesweit 600 Firmen, Vereine, Verbände und öffentliche Einrichtungen beworben. Der Handwerkerverbund "Meisterteam" mit seiner Arbveitsgruppe MODUL (Meisterteam organisiert den Umweltschutz langfristig), in der das "Holzatelier" aktiv mitwirkt, zählte zu den 170 Ausstellern, die für eine Präsentation ausgewählt wurden.

Auf seinem Rundgang durch die Umweltschau machte Gauck auch am MODUL-Stand Halt: "Der Bundespräsident zeigte sich sehr interessiert, sodass wir schnell ins Gespräch kamen", berichtet Svenja Schmahl: "Ein sehr sympathischer Mann." Die Handwerker machten deutlich, dass Ökonomie und Ökologie einander nicht ausschließen. Im Gegenteil: Es gibt immer mehr Betriebe wie das "Holzatelier", die es schaffen, wirtschaftlichen Erfolg und Engagement für den Umweltschutz miteinander zu verknüpfen. "Die Einladung des Bundespräsidenten ist eine tolle Anerkennung unserer Bemühungen im Umweltbereich und zugleich ein Ansporn, diesen Weg weiter zu beschreiten", sagt Björn Schmahl.

Wie dieser Weg aussieht, wird am Beispiel der verwendeten Hölzer und ihrer Verarbeitung deutlich: So kommen verstärkt heimische Holzarten zum Einsatz, die aus zertifizierter, nachhaltiger Waldwirtschaft stammen. Statt furnierter Spanplatten wird Massivholz verwendet und bei der Veredlung wird auf die chemische Keule verzichtet: "Die Oberflächen behandeln wir mit Lacken auf Wasserbasis oder mit natürlichen Ölen", sagt Svenja Schmahl.

Bei der Öko-Schau in der Residenz des Bundespräsidenten hatten die Tischler ein paar Musterbretter als Anschauungsmaterial dabei. Gauck signierte spontan zwei Eibenbretter. Ein Brett verbleibt in der MODUL-Gruppe als Erinnerungsstück. Das andere Brett soll demnächst für einen guten Zweck versteigert werden.