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Zur Kur nach "Bad Harsefeld"? Ratsherr möchte Geestflecken zum Kurort machen

Entsteht hier der "Bad Harsefelder" Kurpark? Die Fotomontage zeigt den möglichen Standort eines kleinen Gradierwerkes. Rechts hinter den Bäumen die Eissporthalle (Foto: jd / Kur-und Verkehrsverein Bad Essen)
jd. Harsefeld. "Tief durchatmen in Bad Harsefeld" - So könnte womöglich in ein paar Jahren der Werbeslogan lauten, wenn eine Vision des Harsefelder Kommunalpolitikers Jens Paulsen Wirklichkeit wird. Der Rechtsanwalt, der für die Liberal-Konservativen Reformer (LKR, vormals ALFA), im Rat sitzt, möchte Harsefeld zu einem Kurort machen. Die Idee ist nicht neu und den Titel "Luftkurort" hat Harsefeld bereits gehabt. Das belegen verschiedene Postkarten und Dokumente, die im Samtgemeinde-Archiv verwahrt werden. An diese Tradition will Paulsen anknüpfen.

"Wir sitzen ja auf einem riesigen Salzstock, da bietet es sich doch an, diesen Bodenschatz zu nutzen" erklärt der LKR-Politiker. Ganz in der Nähe habe das Chemieunternehmen Dow sein Aussolungsbergwerk, um aus 2.000 Metern Tiefe Salz zu fördern und das als Sole bezeichnete Salz-Wasser-Gemisch per Pipeline zu den Betriebsstätten bei Stade zu leiten. "Da könnte man doch ein Rohr Richtung Harsefeld abzweigen", meint Paulsen. Mit der Sole will er ein sogenanntes Gradierwerk betreiben: Solche Anlagen, bei denen Salzlösungen über ein Geflecht aus Reisigbündeln verrrieseln, stehen in vielen Kurorten und verschaffen vor allem bei Lungenerkrankungen Linderung.

Paulsen schwebt aber keine klassische Anlage vor, die mancherorts bis zu 500 Meter lang ist: "Mein Vorbild ist das Klein-Gradierwerk in Bad Essen", sagt Paulsen: Die 2010 in dem Kurort am Teutoburger Wald errichtete "Sole-Arena" wirkt geradezu futuristisch (siehe Fotomontage). "Das wäre schon ein Hingucker", so der Visionär. Einen Standort hat er bereits ausgeguckt: "Auf der großen Wiese neben der Eissporthalle wäre genügend Platz", meint Paulsen. Dort könnte zudem noch ein Sole-Erlebnis-Hallenbad errichtet werden.

Er werde sich bestimmt vorhalten müssen, ein "Traumtänzer" zu sein, so Paulsen: "Natürlich bin ich Realist genug, um zu sagen, das Vorhaben kann nur umgesetzt werden, wenn es sich rechnet." Eine Wirtschaftlichkeitsprüfung sei natürlich Voraussetzung. "Aber warum sollte sich die Politik nicht umfassend darüber informieren, welche Möglichkeiten es gibt?" Er will daher das Thema auf die Tagesordnung des Rates setzen und einen Vertreter des Wirtschaftsministeriums einladen: "Dort liegt die Zuständigkeit für die Anerkennung als Kurort. Für Harsefeld käme das Prädikat 'Soleheilbad' in Frage.

Am schönsten ist es in Harsefeld

"Unserem schönen Ort fehlt ein Tourismuskonzept", kritisiert Paulsen. Mit seinen Plänen will Paulsen Harsefeld touristisch nach vorn bringen und mehr Urlauber in den Ort locken. Dieses Vorhaben gab es vor vielen Jahrzehnten schon einmal: Ende der 1920er Jahre hatte sich ein Verkehrsverein in Harsefeld gegründet - mit dem Ziel, Ausflügler und Sommerfrischler aus Hamburg auf die Stader Geest zu locken. Bunte Postkarten und Kleine Broschüren bewarben den "Luftkurort Harsefeld" mit dem Spruch: "Schön ist es auf der ganzen Welt, doch am schönsten ist es in Harsefeld."