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"Das ist eine tolle Chance": Brest und Kutenholz knacken den Förder-Jackpot

Jubelstimmung bei den Bürgermeistern Dieter Tomforde (li.) und Gerhard Seba. Sie freuen sich auf Fördergelder für ihre Orte
 
Gerhard Seba vor dem "Uhrmacherhaus" in Mulsum. Das denkmalgeschützte Gebäude wäre ideal für ein Museum mit angeschlossenem Café und Veranstaltungsraum

Zuschlag bei der Dorferneuerung: Geest-Gemeinden gestalten ihre Zukunft zusammen


sb/jd. Kutenholz/Brest. Wie Lottokönige dürfen sich derzeit 16 ländliche Regionen in Niedersachsen fühlen: Sie wurden jetzt in das Dorfentwicklungsprogramm des Landes aufgenommen und können aus einem Fördertopf mit mehr als 115 Millionen Euro schöpfen. Aus dem Kreis Stade gehören die Gemeinden Kutenholz und Brest zu den Auserwählten. Die beiden Kommunen beschreiten in Sachen Dorferneuerung künftig gemeinsame Wege - als eine sogenannte Dorfregion. Bis tatsächlich Geld fließt, werden wohl zwei Jahre vergehen: Zuvor müssen Konzepte für die in Frage kommenden Projekte erarbeitet werden. Erst dann entscheidet sich, wie viel Zuschüsse bewilligt werden.

"Das ist eine tolle Chance!", jubeln Gerhard Seba und Dieter Tomforde, die Bürgermeister der Gemeinden Kutenholz sowie Brest, unisono. Sie steckten im vergangenen Frühsommer mit einigen engagierten Bürgern die Köpfe zusammen, um den Antrag für die Aufnahme in das Dorferneuerungs-Programm auszuarbeiten. Nach einer Bestandsanalyse wurden erste Ideen für die Umsetzung einzelner Maßnahmen zu Papier gebracht.

Nun geht es ans "Eingemachte": Ein Arbeitskreis muss gebildet werden, der genau herausfiltert, welche Stärken und Schwächen die Dorfregion aufweist. Das wird einige Zeit in Anspruch nehmen, denn immerhin sieben Dörfer sind genauer unter die Lupe zu nehmen: Kutenholz, Aspe, Essel und Mulsum in der Gemeinde Kutenholz sowie Brest, Reith und Wohlerst in der Gemeinde Brest.

Dass sich im Landkreis erstmals zwei Kommunen bei der Dorferneuerung zusammentun, um sogar über Samtgemeindegrenzen hinweg zu kooperieren, liegt einerseits an den neuen Förderrichtlinien. Demnach werden Anträge von einzelnen Dörfern nicht mehr berücksichtigt. Zuschüsse gibt es nur noch für einen sogenannten Dorfverbund. Damit soll ein Anreiz für die Kommunen im ländlichen Raum geschaffen werden, sich bei den anstehenden Aufgaben für die Zukunft miteinander abzustimmen.

Anderseits betonen Seeba und Tomforde, dass zwischen beiden Gemeinden schon jetzt gemeinsame Schnittmengen bestehen. Als Beispiel nennen sie die vielfältigen Kontakte, die die Vereine schon jetzt zwischen den Dörfern pflegen. Diese könnten im Verbund, z.B. auf der Feuerwehrebene, noch mehr bewegen.

Und auch das verbindet Kutenholz und Brest: Sie haben wie viele ländliche Kommunen mit den typischen Problemen zu kämpfen. So gibt es in einigen Dörfern stattliche, ortsprägende Gebäude, die aber ziemlich heruntergekommen und oftmals unbewohnt sind. Die Sanierung und künftige Nutzung solcher Anwesen, bei denen es sich meist um ehemalige Bauernhöfe handelt, wird ein wichtiges Thema der Dorferneuerung sein.

Außerdem bietet die Dorfregion reichlich Potenzial für sanften Tourismus. "Insbesondere in diesem Bereich können wir gemeinsam viel attraktiver werden", sagt Bürgermeister Seba: "Angedacht sind zum Beispiel Vernetzungen der Wanderwege und Dorfmuseen, ein gemeinsamer Terminkalender oder gemeindeübergreifende Kulturfeste."

Bei dem Stichwort Tourismus fällt Sebas Brester Amtskollege Tomforde ein besonderes "Sorgenkind" ein: das ehemalige kirchliche Freizeitheim in Reith. Das ursprünglich als Missionshaus errichtete Gebäude steht seit Jahren leer. Die Gemeinde Brest konnte zwar den Kaufpreis in Höhe von 50.000 Euro aufbringen. Doch für die dringend Sanierung fehlt das Geld. Tomforde hat in dieser Hinsicht einen "frommen Wunsch": Er möchte das Haus zu einem sogenannten "Pilghotel" umbauen, einer einfach ausgestatteten Herberge für Pilger, Wanderer und Radtouristen. Er hofft, dass sich dieser Wunsch dank des Dorferneuerungs-Programms erfüllt.