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Eine Brücke ist machbar: Planer stellen Studie für Bahnquerung in Harsefeld vor

Der geplante Brückenschlag (orange Trasse) führt von der Umgehung ins Gewerbegebiet Karte: jd/Open Topo Map
jd. Harsefeld. Und täglich grüßt der Stau: Wenn in Harsefeld die Bahnschranken an der EVB-Strecke geschlossen sind, geht an der derzeit einzigen Verbindung zwischen den Neubaugebieten im Süden des Geestfleckens und dem Ortskern nichts mehr. Dass kurz vor dem Bahnübergang die einzige Zufahrt zum Gewerbegebiet Weißenfelde einmündet, macht die Sache nur noch komplizierter. Doch wie lässt sich Abhilfe schaffen? Darüber wird in der Harsefelder Politik schon länger diskutiert. Eine Brücke muss her, so die Überlegung. Auf Antrag der Liberal-Konservativen Reformer (LKR) wurde nun die Möglichkeit eines Brückenschlags von der Ortsumgehung (K26 neu) in Richtung Gewerbegebiet geprüft.

Der Bau der Brücke ist im Prinzip möglich: Das ist das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie, die jetzt im Bauausschuss vorgestellt wurde. Die Planer der Firma WK Consult aus Hamburg wiesen allerdings darauf hin, dass weitergehende Aussagen erst getroffen werden können, wenn eine Untersuchung des Baugrundes vorgenommen wurde. Die 475 Meter lange Strecke soll an der Weißenfelder Straße unmittelbar westlich neben dem Viebrock-Firmengelände beginnen, in Form einer halben S-Kurve über die Bahn geführt werden und etwas nördlich der jetzigen Abzweigung nach "Löhdenhausen" in die K26 neu einmünden.

Die Brücke selbst ist nur 19 Meter lang. Um die erforderliche Höhe zu erreichen, muss für die Fahrbahn auf beiden Seiten ein Damm aufgeschüttet werden. Trotz der Unwägbarkeiten hinsichtlich des Bodens wurden bereits Kosten genannt: Mit knapp 4,3 Mio. Euro schlägt das Bauwerk zu Buche - inklusive "Planungs-Nebenkosten" in Höhe von rund 670.000 Euro.

Doch kann und will Harsefeld sich diese Brücke leisten? Wer würde sie nutzen? Und wie passt sie in das Verkehrskonzept des Ortes? Über die richtigen Antworten auf diese Fragen gab es im Ausschuss keine Einigkeit. Im Sinne der Wirtschaft argumentierte der LKR-Ratsherr Jens Paulsen. Er hält den Brückenbau an dieser Stelle für wichtig, um den Verkehrsanschluss des Gewerbegebietes in Richtung Buxtehude zu verbessern: "Wir müssen optimale Rahmenbedingungen für die Betriebe schaffen, um uns gegen die Konkurrenz anderer Kommunen zu behaupten. So ist Apensen gerade sehr aggressiv dabei, neue Gewerbeflächen zu vermarkten."

Die Freien Wähler (FWG) hingegen hegen Zweifel: "Ich frage mich, ob hier das Kosten-Nutzenverhältnis stimmt", erklärte Susanne de Bruijn. Das Hauptproblem seien die Staus am Bahnübergang. Dort eine Straßen-Unterführung zu bauen, sei wahrscheinlich sinnvoller als eine Brücke beim Gewerbegebiet zu errichten. Ob solch ein "Harsefelder Ellerbruchtunnel" der Weisheit letzter Schluss ist, zweifelte Ausschuss-Vorsitzender Heiko Sudwischer (SPD) an.

Am Ende gab es nur weitgehend Einigkeit darüber, dass Handlungsbedarf bestehe. Welche Lösung nun die richtige ist, um de vielen Autos aus dem Hasrefelder Süden in die Ortsmitte zu lenken, soll beraten werden, nachdem eine Verkehrsfluss-Analyse erstellt worden ist. Daher hieß es im Ausschuss jetzt nur: Das Thema ist zur Kenntnis genommen.