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Eine "Südroute" nach Harsefeld

"Schlechte Wegstrecke": Die Fahrt über den Neuenteicher Weg ist derzeit eine Zumutung für die Stoßdämpfer
 
Die Karte aus dem Konzept zeigt die geplante "Ausweichroute" im Süden Harsefelds (Foto: Karte: www.shp-ingenieure.de)
jd. Harsefeld. Politiker sprachen sich dafür aus, Straße zum Braken für den allgemeinen Verkehr zu erschließen. Der Flecken Harsefeld soll im Süden eine neue Zufahrtsstraße erhalten: Die Politiker des Bauausschusses segneten kürzlich einen neuen Verkehrsentwicklungsplan ab. Dieser Plan sieht vor, die Wegstrecke zwischen dem Kreisel am Neubaugebiet "Am Redder" und dem Schulzentrum so auszubauen, dass sich dort künftig Fahrzeuge begegnen können, ohne einander ausweichen zu müssen. Der Neuenteicher Weg und der Brakenweg sollen dann wie die Herrenstraße oder die Ortsumgehung als sogenannte "verkehrswichtige Straßen" gelten. Ziel ist es, die vielbefahrene Jahnstraße zu entlasten. Dort stockt besonders vor Schulbeginn der Verkehr. Nicht selten kommen Schüler zu spät zum Unterricht, weil die Schulbusse im Stau stecken.

Jahrelang herrschte auf dem Neuenteicher Weg sowie auf dem Brakenweg beschauliche Ruhe. Beide Strecken dienten überwiegend als landwirtschaftliche Wege und wurden darüber hinaus nur vor von Erholungssuchenden genutzt, die den Parkplatz im Waldgebiet Braken ansteuerten. Mit dem Bau des Gymnasiums änderte sich das: Auf den zwei Wegen sind nun auch Lehrer sowie Eltern aus den südlichen Gemeinden des Landkreises unterwegs, die ihre Kinder zur Schule fahren. Jahr für Jahr verschlechterte sich vor allem der Zustand des Neuenteicher Weges. Den Rest erledigten im vergangenen Jahr die schweren Sandlaster bei der Erschließung des Baugebietes "Am Redder III".

Dass dieser Weg dringend saniert werden muss, steht außer Frage. Schlaglöcher und tiefe Querrillen belasten Reifen und Stoßdämpfer. Diesen Handlungsbedarf sah auch Gemeindedirektor Rainer Schlichtmann. Er regte aber zugleich an, in diesem Bereich gleich den großen Wurf zu wagen und eine neue "Südroute" in Richtung Ortskern zu schaffen. Diese Idee wurde von den Planern aufgegriffen, denn es ist klar, dass im Süden Harsefelds in Zukunft wesentlich mehr Autos unterwegs sein werden: "Laut Flächennutzungsplan können am Neubaugebiet 'Am Redder' bis zu 1.000 Wohneinheiten entstehen", erklärte Jörn Janssen vom Planungsbüro "SHP Ingenieure" auf der Ausschuss-Sitzung. Er prognostizierte in diesem Bereich einen erheblichen Anstieg des Verkehrsaufkommens bis 2025.

Wenn das Gebiet am Redder wie geplant bebaut werde, würden dort in zehn Jahren mehr als 2.000 Menschen leben, so Janssen. Das entspreche in etwa der Einwohnerzahl der Dörfer Ahlerstedt oder Bargstedt. Nach Janssens Berechnung müssten sich in zehn Jahren täglich rund 8.600 Pkw durch das Nadelöhr am Bahnübergang Griemshorster Straße quälen. "Das wären 3.300 Fahrzeuge mehr als heute", erläuterte Janssen. Auf eine solche zusätzliche Verkehrsbelastung seien weder die Griemshorster Straße noch die Ampel an der Einmündung der Ortsumgehung in die Friedrich-Huth-Straße ausgelegt. Er halte es daher für sinnvoll, ein "zweites Schlupfloch in Richtung Schulzentrum" zu schaffen.

Die Politiker sprachen sich dafür aus, zugleich die Verkehrssituation in der Jahnstraße genauer unter die Lupe zu nehmen. Man war sich einig, dass die bestehenden Einbuchtungen, die ursprünglich dazu dienen sollten, rasante Autofahrer auszubremsen, den Verkehrsfluss zu stark behindern. Es ist angedacht, die Schulbusse künftig nur noch in eine Richtung fahren zu lassen. Die Anfahrt könnte über die Jahnstraße erfolgen. Danach geht es quasi im Rundkurs über den Brakenweg und den Neuenteicher Weg.