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Ist Sanierung nicht notwendig? Ahrensmoorer Schuldamm iat Zankapfel in der Politik

Der Schuldamm befindet sich in einem maroden Zustand Foto: jd
jd. Ahrensmoor. "Diese Straße ist in einem katastrophalen Zustand. Hier ist Gefahr im Verzug." - Der Ahlerstedter Bürgermeister Uwe Arndt (FWG) findet drastische Worte für eine Straßensituation, die schon seit Jahren besteht. Würde es sich um eine vielbefahrene Verkehrsachse handeln, wäre sein mahnender Appell sicher gerechtfertigt. Doch es geht um eine Straße von eher untergeordneter Bedeutung: Der rund ein Kilometer lange Schuldamm in Ahrensmoor verbindet den West- und den Ostteil des Dorfes. Das allerdings mehr schlecht als recht: Die kleine Straße führt mitten durch das Moor. Entsprechend weich ist der Untergrund, was zu Absackungen und tiefen Rissen in der Fahrbahn geführt hat. Nun hat die FWG eine Sanierung des Schuldamms beantragt. Doch die Mehrheit im Bau- und Wegeausschuss der Samtgemeinde sieht die Notwendigkeit nicht.

Ahrensmoor gehört zwar zur Gemeinde Ahlerstedt, doch um den Schuldamm muss sich die Samtgemeinde kümmern. Das liegt daran, dass der holperige Moorweg als sogenannter Gemeindeverbindungsweg klassifiziert worden ist. Laut höchstrichterlichem Urteil fallen diese Verbindungsstrecken in die Zuständigkeit der Samtgemeinde. Doch dort wird kein dringender Handlungsbedarf gesehen: Auf einer Prioritätenliste der Verwaltung in Bezug auf die 27 Verbindungswege landete der Schuldamm auf dem letzten Platz.

"Dass sich der Schuldamm in einem miserablen Zustand befindet, ist unstrittig", sagt Rathauschef Rainer Schlichtmann: "Doch das war er vor zehn Jahren auch schon." Er sehe nicht die Dringlichkeit, mehr als 80.000 Euro für eine neue Asphaltdecke auszugeben, wenn jetzt schon klar sei, dass die Straße nach einer Sanierung gleich wieder starke Unebenheiten aufweise. Bevor man nicht das Absacken des moorigen Untergrundes in den Griff bekomme, sei jede größere Baumaßnahme unsinnig.

Laut Tiefbau-Sachbearbeiter Holger Bohling müsste das Moor bis zu einer Tiefe von drei Metern ausgekoffert und mit Sand und Schotter befüllt werden, um einen tragfähigen Untergrund zu schaffen. Die Kosten dafür würden in die Hunderttausende gehen. "Solche Zahlen mag ich hier gar nicht hören", meinte der Ausschuss-Vorsitzende Thomas Wiebusch (CDU). Er kenne aus seiner eigenen Gemeinde ähnliche Probleme mit den Moorstraßen, so der Bargstedter Bürgermeister. So habe man im Ortsteil Frankenmoor auch kostengünstigere Lösungen ausprobiert, die aber wenig erfolgreich gewesen seien.

Schlichtmann sowie Politiker der CDU stellten ohnehin in Frage, ob der Schuldamm für die Ahrensmoorer Bürger so wichtig sei, wie es es Arndt dargestellt habe. "Es wird längst nicht von allen Bürgern im Dorf so gesehen, dass diese Straße unbedingt saniert werden muss", erklärte Schlichtmann.

Arndt hingegen betonte, das eine gänzliche Sperrung der Schuldamms für ihn "definitiv nicht in Frage kommt."

Nun soll noch einmal geprüft werden, ob es kostengünstigere Alternativen gibt, die kleine Straße wieder in einen befahrbaren Zustand zu versetzen.