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Keine weiteren Varianten: Bargstedter Rat beschließt, B-Plan für Windpark Ohrensen auszulegen

Bürgerprotest auf DinA4: Die Lusthooper warnen vor Infraschall und Windrädern, die zu dicht an ihre Häuser rücken (Foto: jd)
jd. Bargstedt. Seit vier Jahren befassen sich die Bargstedter Politiker mit dem geplanten Windpark in Ohrensen. Wiederholt wurde eine Entscheidung über den Bebauungsplan vertagt: Mal fehlten Informationen, mal sollte bei den Planungen nachgebessert, mal ein weiteres Gutachten eingeholt werden. Auf der jüngsten Ratssitzung wurden endlich Nägel mit Köpfen gemacht: Die Ratsmitglieder beschlossen, den B-Plan jetzt öffentlich auszulegen. Doch die Windkraft-Debatte sorgt nun auch für einen Riss quer durch den Rat, der das Thema bisher recht einmütig abgearbeitet hat.

Auf der Sitzung holte Bürgermeister Thomas Wiebusch noch einmal weit aus, um vor den anwesenden Bürgern aus Lusthoop zu begründen, warum er das von der Gemeinde in Gang gebrachte Verfahren für fair und transparent hält. Doch überzeugen konnte er die Anwohner nicht. Diese kritisieren in erster Linie, dass die mehr als 200 Meter hohen Windräder bis 670 Meter an ihre Häuser heranrücken. Rein rechtlich gesehen gilt eine Mindestgrenze von lediglich 600 Metern, doch die Lusthooper fordern einen Mindestabstand von 1.000 Metern.

Mit solchen Abstandsgrenzen lässt sich in Ohrensen allerdings wenig ausrichten. Dann dürften nämlich nur vier statt wie geplant sieben Windräder aufgestellt werden. Das für den WIndpark ausgewiesene Areal würde dann weniger als Zweidrittel der vom Landkreis vorgegebenen Sonderfläche für Windkraftnutzung ausmachen. "Das macht der Landkreis nicht mit", erklärte Planer Martin Spröttge. Es gebe klare Vorgaben, die Windkraft-Vorranggebiete so gut wie es geht auszunutzen.

Doch bei diesem Punkt hakten plötzlich die Vertreter der Freien Wählergemeinschaftt (FWG) nach: Sie stellten sich gegen die Aussagen des Bürgermeisters und erklärten, den Lusthooper seien bei den Planung "nicht mitgenommen worden". "Dies Menschen dürfen sich als Verlierer fühlen", erklärte FWG-Ratsherr Kai Boinowitz. Er forderte, erneut neue Windpark-Varianten mit anderen Abständen zu prüfen: "Jeder Meter, den die Anlagen weiter weg sind, gibt den Anwohnern das Gefühl, dass wir ihnen entgegenkommen."

Doch die CDU-Mehrheit wollte die Sache vom Tisch haben: Nachdem sich die Fraktion kurz zur Beratung zurückzog, wurden das Ansinnen der FWG abgelehnt.