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Kommt die "Auetalsperre"? Pläne aus dem Jahr 2008 zum Hochwasserschutz am Oberlauf der Aue sind wieder auf dem Tisch

Die Karte zeigt den möglichen Überflutungsbereich der Aue bei Kakerbeck (Foto: Google Maps/jd)
jd. Harsefeld/Ahlerstedt. An der Elbe und ihren Nebenflüssen schützen seit Jahrhunderten Deiche die Menschen vor Sturmfluten. Um Erhalt und Ausbau dieser Schutzwälle kümmern sich seit jeher die Deichverbände. Eine vergleichbare Einrichtung gibt es an den Oberläufen der Elbe-Nebenflüsse nicht, obwohl auch dort die Gefahr von "Land unter" besteht - nicht wegen einer Sturmflut, sondern aufgrund eines Hochwassers als Folge starker Regenfälle. Für den Bereich der Lühe, die von ihrem Ursprung bei Ahrensmoor bis Horneburg Aue heißt, soll sich das ändern: Im Gespräch ist die Gründung eines Hochwasserschutz-Verbandes (das WOCHENBLATT berichtete). In diesem Zusammenhang kommt ein altes Projekt wieder aufs Tapet: die Schaffung eines Regenrückhalte-Polders an der Kakerbecker Mühle.

Wenn in den vergangenen Jahren vom Hochwasserschutz an der Aue bzw. Lühe die Rede war, ging es außer der Verlegung des Aue-Arms bei Horneburg immer nur um den Bullenbruch-Polder. Geplant ist, die Marschwiesen des zwischen Horneburg und Buxtehude gelegenen Bullenbruchs als Überflutungsfläche zu nutzen, wenn die Aue Hochwasser führt. Planung und Bau des Polders, dessen Fertigstellung für 2021 angepeilt ist, soll der Deichverband der 2. Meile Alten Landes übernehmen. Von dessen Oberdeichrichter Wilhelm Ulferts kam die Anregung, für die Finanzierung und den Unterhalt des Polders einen Hochwasserschutz-Verband aus der Taufe zu heben, an dem sich alle Anlieger-Kommunen beteiligen.

Weitere Aufgaben eines solchen Verbandes könnten nach Ulferts Vorstellungen die Erstellung eines Hochwasser-Managementplans für die Aue sowie später die Errichtung weiterer Schutzbauten entlang des rund 44 Kilometer langen Elbe-Nebenflusses sein. Entsprechende Planungen, die bereits 2008 vom Landkreis erstellt wurden, sollen nun aus der Schublade geholt und so überarbeitet werden, dass sie den aktuellen Herausforderungen gerecht werden. Dazu zählen auch die Pläne für die sogenannte "Auetalsperre" bei Kakerbeck: Dort könnte an der Auebrücke für die K47 ein Stauwehr entstehen. Dessen Durchlauf würde bei heftigen Regenfällen geschlossen werden. Auf den dahinter liegenden Wiesen entstünde dann quasi ein kleiner Stausee.

"Es ist durchaus eine Überlegung wert, den Oberlauf der Aue in dieser Form in die Planungen für ein Hochwasser-Management einzubinden", erklärte Kreisbaurat Hans-Hermann Bode gegenüber dem WOCHENBLATT. Grundlage müssten Berechnungen sein, wie sich ein Starkregen-Ereignis auf den Wasserstand der Aue auswirkt. Die Hochwasserwelle müsse so abgeflacht werden, dass es nicht - wie 2002 geschehen - zu Überflutungen tiefer liegenden Ortsteilen von Harsefeld oder Horneburg komme. "Die Schwierigkeit besteht allerdings in einer zuverlässigen Prognose für die Regenfälle", so Bode: "Wird das Wehr zu früh geschlossen, läuft es womöglich über und der erwünschte Effekt ist dahin. Kommt die Schließung zu spät, verpufft die Wirkung." Letztendlich hänge alles an einer präzisen Wettervorhersage.