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Nur nicht langsamer als Tempo 30

Die umstrittene Einbuchtung (Pfeil) wird zurückgebaut
jd. Harsefeld. Politiker wollen keine weitere Geschwindigkeitsreduzierung in der Harsefelder Marktstraße. Es bleibt bei Tempo 30 in der Harsefelder Ortsmitte: Die Mitglieder des Bauausschusses lehnten es ab, die Höchstgeschwindigkeit in der Marktstraße noch weiter zu drosseln. Bei den Politikern stieß der Vorschlag des Verkehrsplaners Jörn Janssen, ein Limit von 20 km/h oder sogar Schritttempo einzuführen, auf Unverständnis. Zwar gebe es in der Straße noch immer zu viel Durchgangsverkehr, doch die meisten Autofahrer hätten inzwischen ihre Fahrweise an die Situation in der vor einem Jahr geschaffenen Tempo-30-Zone angepasst, so der Tenor.
Im Ausschuss wurde aber auch deutlich, dass die Erwartungen, die man an die neue Umgehungsstraße geknüpft hatte, bei weitem nicht erreicht wurden. Laut einer Verkehrszählung vom Herbst 2013 fahren durch die Marktstraße pro Tag rund 9.500 Autos. Auf der Ortsumgehung sind in 24 Stunden lediglich knapp 3.000 Fahrzeuge unterwegs. "Das ist nicht besonders viel", erklärte Planer Janssen. Nach seiner Ansicht wäre es ideal, wenn sich das tägliche Verkehrsaufkommen in der Marktstraße auf rund 8.000 Pkw einpendelt.
Doch wie sollen Autofahrer, die keine Geschäfte ansteuern, aus der Marktstraße verbannt werden? Die Mehrheit im Ausschuss war sich einig, dass zu rigorose Maßnahmen wie beispielsweise die Einrichtung einer Einbahnstraße dem Handel schaden würden. Auch Janssens Empfehlung, ein Tempolimit von 20 km/h einzuführen, ging den Politikern zu weit. "Dann werden die Autos doch von den Radfahrern überholt", meinte der CDU-Politiker Manfred Lehre. In seinem ursprünglichen Konzept hatte Janssen sogar Schrittgeschwindigkeit für die Marktstraße angeregt. Die Verwaltung machte ihm klar, dass ein solches Vorhaben auf den Widerstand der Geschäftsleute stoßen werde.
Nachgebessert werden soll beim größten Ärgernis für die Autofahrer in der Marktstraße: Nach dem Willen des Ausschusses wird die umstrittene Straßenverengung gegenüber vom Schuhhaus Steffen erheblich verkürzt. Derzeit gibt es bei diesem Verkehrshindernis immer wieder wilde Hupkonzerte, denn viele Autofahrer schaffen es nicht, die langgezogene Einbuchtung zu passieren, bevor der Gegenverkehr heranrauscht. Der Anregung von Janssen, dort Poller aufzustellen oder Bäume zu pflanzen, wollen die Politiker vorerst nicht folgen.
Umgesetzt wird aber Janssens Vorschlag, auf der Fahrbahn Piktogramme für Radfahrer anzubringen. "Fahrräder gehören in einer Temp-30-Zone zwingend auf die Straße", erläuterte der Planer. Letztlich sei alles eine Frage der gegenseitigen Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer. Janssen regte eine Öffentlichkeits-Kampagne an: Mit Flyern könnte für ein rücksichtsvolles Verhalten geworben werden.