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Viel Wärme für wenig Geld

Auf dem Rathausdach liegen bereits Solarmodule. Ein Monitor zeigt an, wieviel CO2 so vermieden wird
jd. Harsefeld. Pläne der Samtgemeinde Harsefeld sind nicht nur gut für die Umwelt, sie schonen auch den Gemeindesäckel. Beim Energiesparen macht den Harsefeldern so schnell niemand etwas vor: Die Samtgemeinde ist für ihre Konzepte zur Reduzierung der Strom- und Heizkosten bereits vor Jahren mit dem Titel "Klimakommune" ausgezeichnet worden. Jetzt geht man noch einen Schritt weiter: Die Samtgemeinde will einen Großteil ihrer öffentlichen Gebäude künftig mit erneuerbarer Energie versorgen.

So soll die Rosenborn-Grundschule Strom aus einer auf dem Schuldach installierten Photovoltaik-Anlage beziehen und rund um das Freibad wird eine sogenannte Wärmeinsel entstehen: Geplant ist, dass ein zentrales Blockheizkraftwerk (BHKW) ausreichend Wärme erzeugt, um in den umliegenden Einrichtungen der Samtgemeinde für wohlige Temperaturen zu sorgen.

Beim genauen Hinsehen entpuppt sich die Wärmeinsel allerdings eher als Archipel: Fast 1,3 Kilometer Rohre müssten verlegt werden, um die einzelnen Standorte wie Rathaus, Schule, Eissporthalle und Schwimmbad an das Nahwärmenetz anzubinden. Damit sich das Ganze noch besser rechnet, wird überlegt, auch die Gärtnerei Allers, Viebrocks Altenzentrum sowie die Förderschule des Landkreises anzuschließen. Das geht aus einer Machbarkeitsstudie hervor, die ein Ingenieurbüro kürzlich im Betriebsausschuss der Samtgemeindewerke vorstellte.

Nach den Berechnungen der Planer werden die Solarmodule auf dem Dach der Grundschule nach rund 20 Jahren einen Überschuss von 133.000 Euro erwirtschaften. Dabei lohnt sich es inzwischen mehr, den Sonnenstrom ins hauseigene Netz zu speisen als die Fördergelder nach dem EEG einzustreichen.

Einige Politiker zeigten sich zunächst skeptisch, ob der dem Berechnungsmodell zugrunde gelegte jährliche Anstieg des Strompreises von etwa drei bis fünf Prozent so eintreten wird. Doch das Versprechen, dass auch bei einer negativeren Prognose am Ende eine "satte schwarze Zahl" herauskomme, ließ auch die letzten Zweifler verstummen.

Als Selbstgänger erwies sich das Nahwärme-Konzept: Die rund 1,5 Millionen Euro Investitionen für den Bau eines mit Biomethan betrieben BHKW und das Verlegen des Leitungsnetzes sollen sich bereits nach knapp elf Jahren amortisieren. Dass sich diese Form der Wärmeversorgung auf jeden Fall lohnt, zeigt ein Rechenbeispiel: Die jährlichen Einkaufskosten für das Biomethan in Höhe von 433.000 Euro werden bereits durch die EEG-Fördergelder für die Stromerzeugung gedeckt, die pro Jahr bei mehr 470.000 Euro liegen. Die Wärme gibt es dann gratis dazu. Kein Wunder, dass die Politiker das Vorhaben einstimmig abnickten.