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Woher soll das Geld kommen?

Richtfest beim neuen Ahlerstedter Kindergarten-Neubau: Die kleinen künftigen Nutzer freuen sich riesig auf ihr neues Domizil (Foto: Rainer Mügge)
jd. Ahlerstedt. Experten fordern, die Mittel für die Kitas aufzustocken - doch kleine Kommunen wie Ahlerstedt stoßen an Grenzen. Kleinere Gruppen, höher qualifiziertes Personal, mehr Ganztagsangebote und eine dritte Kraft zumindest im Krippenbereich: Studien, die sich mit der Betreuung von Kindern im Vor- und Grundschulalter befassen, kommen immer wieder zu dem Ergebnis, dass bei den Kitas hierzulande noch erheblicher Verbesserungsbedarf besteht. Was die frühkindliche Bildung anbetrifft, liege Deutschland zum Teil weit unter dem Niveau von "Musterknaben" wie Finnland, so die Experten, die erheblich mehr Investitionen in die Arbeit der Kindergärten fordern.

Doch woher soll das Geld kommen? Kleine Kommunen stecken schon jetzt einen Großteil ihres Etats in die Kinderbetreuung. "Das Ende der Fahnenstange ist bald erreicht", sagt Ahlerstedts Bürgermeister Uwe Arndt. In seiner Gemeinde haben sich die Zuschüsse für jeden Kita-Platz in den vergangenen Jahren um 150 Prozent erhöht.

"Allein aus den Elternbeiträgen und den Zuschüssen des Landes für das letzte Betreuungsjahr lassen sich unsere vier Kitas nicht finanzieren", sagt Arndt. Mehr als die Hälfte der Kosten werde von der Gemeinde übernommen. Doch dieser Anteil steige ständig - von 200.000 Euro im Jahr 2007 auf derzeit rund 530.000 Euro.

"Umgerechnet pro Kind lagen wir vor sieben Jahren bei 1.000 Euro jährlich und jetzt sind es schon 2.500 Euro", rechnet Arndt vor. Der Zuschuss für die Kinderbetreuung sei längst der dickste Brocken im Gemeindehaushalt, der nach Abzug der Umlage für den Kreis und die Samtgemeinde etwa 1,6 Millionen Euro umfasst. Vor diesem Hintergrund weiß Arndt nicht, ob er angesichts der Forderungen, mehr Geld in die Kinderbetreuung fließen zu lassen, lachen oder weinen soll.

Dabei gehört Ahlerstedt gewiss nicht zu den Gemeinden, die sich beim Thema Kita verstecken müssen: Gerade wird für mehr als eine Million Euro ein neuer Kindergarten gebaut, um dem steigenden Bedarf bei der Betreuung der unter Dreijährigen gerecht zu werden. Immerhin drei Viertel der Baukosten werden von der Gemeinde getragen. Der großzügig angelegte Gebäudekomplex besticht durch ein gut durchdachtes Raumkonzept. Der voraussichtlich im November fertiggestellte Bau werde einer der modernsten Kindergärten im Landkreis sein, verkündete Arndt kürzlich auf dem Richtfest nicht ohne Stolz.

Für Arndt sind solche Projekte zwar eine wichtige Investitionen in die Zukunft, denn der Zuzug junger Familien hängt nach seiner Ansicht in Zukunft noch stärker davon ab, auf welchem Niveau sich die Qualität der Kinderbetreuung bewegt. Doch er fürchtet, dass Kommunen von der Größe Ahlerstedts diese Aufgaben ohne finanzielle Unterstützung des Landes nicht mehr meistern können.

Beitrags-Erhöhung fällt moderat aus

Kinder kosten Geld: Darüber sind sich auch die Ahlerstedter Politiker im Klaren. Sie wissen, dass man die Eltern nicht unbegrenzt an den Ausgaben für die Kitas beteiligen kann. Die jüngst vom Gemeinderat beschlossene Erhöhung der Kita-Gebühren zum 1. Januar 2015 fällt deshalb äußerst moderat aus. Lediglich in den beiden untersten Beitrags-Staffeln gab es Anhebungen von bis zu drei Prozent.

Allerdings ist eine neue Spitzen-Staffel hinzugekommen. Je nach Jahreseinkommen müssen für einen Halbtagsplatz im Kindergarten nun zwischen 100 und 178 Euro im Monat entrichtet werden. Da zugleich die Einkommensgrenzen angehoben wurden, zahlen einige Familien aber weniger als vorher. Derzeit sind rund zwei Drittel der Eltern in der höchsten Staffel eingestuft, weil sie keine Angaben zum Einkommen gemacht haben.