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Gezielt Mitglieder werben

Manfred Kahl (li.) aus Dollern und Wolfgang Kölzer aus Buxtehude wurden mit dem Ehrenkreuz in Silber des Nordwestdeutschen Schützenbundes ausgezeichnet.

Bezirksschützentag in Harsefeld: Präsident beklagt negatives Image in den Medien.

Rund 17.000 Schützen sind im Landkreis Stade in 59 Vereinen organisiert. Auf den ersten Blick eine beachtliche Zahl. Doch auch die Schützen plagen Nachwuchssorgen. Auf dem Schützentag des Stader Bezirksverbandes in der Harsefelder Festhalle rief der wiedergewählte Präsident Hartwig Kruse dazu auf, in Zukunft verstärkt neue Mitglieder zu werben. Ins gleiche Horn stieß Jonny Otten, Präsident des Nordwestdeutschen Schützenbundes: Er empfahl, "an alle sportlich Interessierten heranzutreten", um sie für den Schießsport zu gewinnen. Forderungen, das Waffenrecht zu verschärfen, erteilte Otten eine klare Absage.
Im vergangenen Jahrzehnt verlor der Bezirksschützen-Verband Stade etwa 1.500 Mitglieder. Ein Negativ-Trend, der nach Ansicht von Kruse nur durch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit zu stoppen ist. Mit Aktionen wie den im Vorjahr ins Leben gerufenen Tag der Schützen sei man auf dem richtigen Weg, so Kruse. An diesem Tag hätten sich auch etliche Vereine aus dem Kreis Stade beteiligt. Unter dem Motto "Ziel im Visier" seien den Besuchern Einblicke in die Vielfalt des Schützenwesen gewährt worden.
Doch ein solcher Aktions-Tag allein reiche nicht, meinte Kruse. "Wir brauchen in unseren Vereinen Aktive, die neue Mitglieder werben und dann auch gezielt betreuen", erklärte der Bezirkspräsident. In diesem Jahr soll es erneut einen Tag der Schützen geben. Anvisiert ist das erste Oktober-Wochenende.

Schlechtes Image in den Medien

Über zunehmend negative Schlagzeilen für die Schützen beklagte sich der Landesverbands-Chef. "Der Schießsport kommt in der öffentlichen Meinung nicht gut weg", erklärte Otten. Die bundesweit zwei Millionen Sportschützen dürften nicht wegen Taten einzelner diffamiert werden. "Sportwaffen sind keine Mordwaffen", betonte Otten. Die Schützen hielten sich an die strengen Bestimmungen des deutschen Waffenrechts.
In die Schusslinie seiner Kritik gerieten die Gebühren für Waffenkontrollen: Es sei nicht in Ordnung, dass in einigen Bundesländern mehr als 100 Euro dafür kassiert werde, um ein Gewehr zu kontrollieren. Wenn alles in Ordnung sei, dürften auch keine Gebühren erhoben werden. Diese Auffassung wurde auch von Landrat Michael Roesberg bekräftigt, der in seinem Grußwort darauf hinwies, dass es bei Überprüfungen nirgendwo Anlass für ein Einschreiten der Behörden gegeben habe.
Der Bezirksschützentag klang mit Ehrungen erfolgreicher Sportler und verdienter Schützen aus. An allererster Stelle ist dabei Hildegard Kaufeld zu nennen. Die Schützendame aus Himmelpforten gab nach 27 Jahren ihren Posten als stellvertretende Bezirks-Sportleiterin ab. Für ihre Verdienste erhielt sie den von der Kreissparkasse gestifteten Damenorden. Außerdem wurde sie zum Ehrenmitglied ernannt.

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