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Gymnasium zeigt "Geige aus Cervarolo"

Wann? 06.06.2013 19:30 Uhr

Wo? Aue-Geest-Gymnasium, Harsefeld DE
Harsefeld: Aue-Geest-Gymnasium | jd. Harsefeld. Der Termin für die Aufführung des Filmes "Die Geige aus Cervarolo" in Harsefeld steht fest. Der Dokumentarstreifen über Massaker der Wehrmachts-Division "Hermann Göring" an Hunderten von italienischen Zivilisten wird am Donnerstag, 6. Juni, um 19.30 Uhr im Aue-Geest-Gymnasium gezeigt.
Ursprünglich sollte der Film in einer Harsefelder Gaststätte laufen, doch der Wirt zog seine Zusage gegenüber dem Veranstalter, der Partei "Die Linke", zurück. Nach negativen Presseberichten in Italien wollte die Samtgemeinde Harsefeld die Trägerschaft für die Filmvorführung übernehmen. Nun werden Schule und Samtgemeinde gemeinsam als Veranstalter auftreten.
"Es gehört zu unserem Bildungsauftrag, sich auch dieser Thematik anzunehmen", erklärte Schulleiter Johann Book auf Nachfrage. Schüler des Harsefelder Gymnasium beschäftigen sich seit längerem mit Verbrechen der NS-Zeit. So liefen bereits mehrere Projekte über das Lager Sandbostel, in dem Tausende von Kriegsgefangenen umkamen.
Die Linken wollten den Film auch deswegen in Harsefeld zeigen, weil im benachbarten Ohrensen ein ehemaliger Angehöriger der "Hermann-Göring"-Division wohnt. Der Ex-Förster Alfred L. wurde 2011 von einem italienischem Gericht in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt. Er soll an ähnlichen Taten beteiligt gewesen sein, wie sie im Film geschildert werden.
Wären Kommune und Schule nicht in die Bresche gesprungen, hätten Harsefelder Bürger eine Initiative gegründet, um als Veranstalter zu fungieren. Eine, die sich vehement für eine Filmvorführung in Harsefeld einsetzte, ist Else Zager. Ihr sei es nicht darum gegangen, die Linke zu unterstützen, sondern um das Recht, sich über NS-Verbrechen informieren zu dürfen, so die pensionierte Lehrerin.
Die beiden Filmemacher Matthias Durchfeld und Nico Guidetti erfuhren in Italien vom WOCHENBLATT, dass ihr Streifen jetzt in Harsefeld gezeigt wird. "Wir freuen uns und hoffen, dass sich viele Harsefelder den Film anschauen", erklärte Durchfeld am Telefon. Geld für die Vorführrechte werde man nicht verlangen.

• Der Eintritt ist frei.

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