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Handeln, um den Handel zu stärken

Uwe Arndt und Katharina Staiger wollen für den Handel ein Konzept erstellen
jd. Ahlerstedt. Wo und was kaufen die Leute ein: Für Ahlerstedt wird ein Einzelhandelskonzept erarbeitet.

Noch bekommt man in Ahlerstedt so ziemlich alles, was für das tägliche Leben benötigt wird: Im Dorf gibt es einen Lebensmittel-Vollsortimenter, einen Schlachter, zwei Bäckerei-Filialen sowie eine Apotheke. Wer Schreibkram oder Schulsachen braucht, wird ebenso fündig wie derjenige, der eine neue Hose oder schicke Schuhe kaufen möchte. Außerdem sind noch viele andere mehr oder weniger nützliche Dinge wie Spielzeug, Deko-Artikel oder Blumen erhältlich. Ein solch vielfältiges Angebot ist in ländlichen Gemeinden längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Um Ahlerstedts Position als Nahversorger für die umliegenden Orte zu festigen, will die Gemeinde nun ein Einzelhandelskonzept erstellen.

"Wie wollen die hohe Lebensqualität in Ahlerstedt nicht nur erhalten, sondern möglichst noch verbessern", sagt Bürgermeister Uwe Arndt. Für die Attraktivität des Dorfes sei es wichtig, den Ortskern so lebendig wie möglich zu gestalten. Und dazu trage ein breites Angebot in den Bereichen Handel und Dienstleistungen entscheidend bei. Laut der letzten Erhebung seien entlang der Hauptachse Stader/Zevener Straße sowie am Kleinen Damm 36 Betriebe angesiedelt, so Arndt: "Das ist unsere Lebensader."

Arndt bezeichnet den sich seit Jahren vollziehenden Wandel im Einzelhandel als eine große Herausforderung: Durch die Konzentration auf stadtnahe Einkaufszentren und den Bau immer größerer Supermärkte auf der grünen Wiese seien ländliche Standorte zunehmend gefährdet. Zuerst treffe es die kleinen Geschäfte in den Dörfern. Um ein Ausbluten des Einzelhandels zu verhindern, müsse gegengesteuert werden.

Das Einzelhandelskonzept soll auch Chancen sondieren, ob sogar Potential für die Ansiedlung neuer Geschäfte besteht. Mit der Untersuchung wurde die Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) beauftragt. Die GMA wird zunächst eine Bestandsaufnahme vornehmen und dann ausloten, ob hinsichtlich des vorhandenen Sortiments zusätzlicher Bedarf bei den Bürgern vorhanden ist. "Um Empfehlungen zu geben, müssen wir zuvor wissen, wie die Erwartungen der Verbraucher sind", erklärt GMA-Mitarbeiterin Katharina Staiger.

Damit die örtlichen Geschäfte künftig gezielt auf den Bedarf der Kunden eingehen können, hat die GMA in den vergangenen Wochen eine Befragung durchgeführt. An alle Haushalte wurden Fragebögen verschickt. Man wollte von den Bürgern unter anderem wissen, wo sie bevorzugt einkaufen, ob sie mit dem Angebot einzelner Läden zufrieden sind oder welche Einkaufsmöglichkeiten sie vermissen. Die Fragen konnten auch online beantwortet werden. Zusätzlich werde es Gespräche mit den Geschäftsleuten geben, um die Sichtweise des örtlichen Handels kennenzulernen, so Staiger.

Die Ergebnisse der Umfrage sollen im März in einer Runde aus Politikern, IHK-Vertretern, Gewerbetreibenden und Fachleuten besprochen werden. Danach geht es an die Erstellung des Konzeptes.