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Moderne „Rinder-Kinderstube“: Tag der offenen Tür auf dem Hof der Familie Meier in Ahrenswohlde

Wann? 22.06.2014 10:00 Uhr bis 22.06.2014 17:00 Uhr

Wo? Hof Meier, Ahrenswohlde, Grüne Riede 8, 21702 Ahlerstedt DE
Zwei Generationen freuen sich über den neuen Stall (v.li.): Klaus Ludwig und Gisela Meier sowie Friederike Wiebusch und Torsten Meier
 
Friederike Wiebusch und Torsten Meier zeigen, wie kuschelig es die Kälbchen im Stroh haben
Ahlerstedt: Hof Meier, Ahrenswohlde |

jd. Ahrenswohlde. So sieht innovative Tierhaltung aus: Der neue Kälberstall der Familie Meier wird allen Anforderungen gerecht.

Kälber sind für einen Landwirt wertvolles Kapital. Damit sie zu kerngesunden Mastbullen oder Milchkühen heranwachsen, bedarf es sorgsamer Pflege. Wie man den hohen Anforderungen der Kälberaufzucht in optimaler Weise gerecht wird, zeigt das Beispiel des Hofes von Klaus Ludwig und Torsten Meier in Ahrenswohlde, Grüne Riede 8. Die beiden Milchviehhalter haben eine speziell auf den Bedarf des Rinder-Nachwuchses zugeschnittene „Jungtier-Herberge“ errichtet: einen sogenannten „Holsteiner Kälberstall“. Diese Stallart ist so konzipiert, dass die Bedürfnisse der Tiere im Vordergrund stehen, doch der Bewirtschaftungsaufwand möglichst gering gehalten wird. Wer selbst die neue „Rinder-Kinderstube“ des Meierschen Hofes in Augenschein nehmen möchte, hat dazu am Sonntag, 22. Juni, von 10 bis 16 Uhr Gelegenheit: Die Familie Meier lädt zu einem Tag der offenen Tür ein.

Zu sehen bekommen die Besucher eine hochmoderne Stallanlage, bei deren Ausstattung auf jedes Detail geachtet wurde: Der Holsteiner Stall, der Platz für 70 Kälber bietet, verfügt über ein ausgeklügeltes Lüftungssystem, zwei computergesteuerte Fütterungsautomaten sowie über eine gut durchdachte Raumaufteilung. Auf der einen Seite können bis zu 20 Kälberiglus aufgestellt werden, in denen die Tiere die ersten drei Wochen verbringen.

Danach geht es auf die gegenüberliegende Seite, wo sich fünf mit Stroh ausgestreute Gruppenbuchten befinden. Diese Strohquartiere sind jeweils 44 Quadratmeter groß und nehmen bis zu zehn Kälber auf. Bis die „Kuh-Kinder“ sechs Monate alt sind und in den Jungviehstall ausquartiert werden, ziehen sie mit ihren Altersgenossen nach einer bestimmten Verweildauer in die nächste Bucht um.

Jede Gruppenbucht ist auf den altersgemäßen Bedarf der Kälber ausgerichtet. So sind die Buchten für die jüngeren Tiere mit speziellen Kälbernestern versehen. Dank dieser Nester haben Zugluft und Kälte keine Chance: Geschlossene Seiten- und Trennwände aus Hohlkammerplatten sowie eine Abdeckung nach oben verhindern, dass die Kälber kalten oder zugigen Luftströmungen ausgesetzt sind. Solch ein Schutz ist wichtig, denn in den ersten Lebenswochen sind die Kälberlungen noch besonders empfindlich.

Aber auch die etwas älteren Kälber sind bestens geschützt: Ihre Buchten haben im hinteren Liegebereich ebenfalls Seitenwände aus Hohlkammerplatten. In der „Rinder-Kinderstube“ steht schließlich das Tierwohl an erster Stelle. Entsprechend ist der knapp 600 Quadratmeter große Stall ausgestattet: Durch die offenen Seitenwände fällt reichlich Licht ein, sodass das Stallinnere hell und freundlich wirkt. Auf der Hauptwindseite hängen Netze, die den Wind brechen, aber dennoch eine ausreichende Frischluftzufuhr garantieren. Und auf der gegenüberliegenden Seite können Jalousien aus Spezialfolie je nach Witterung hochgezogen oder herabgelassen werden.

Passende Futterration: Tiere werden von automatischer „Kälbermama“ versorgt

Mit dem „Holsteiner Kälberstall“ haben Klaus Ludwig und Torsten Meier die Voraussetzung dafür geschaffen, dass die künftigen Milchvieh-Generationen unter besten Bedingungen heranwachsen. „Das sind schließlich unsere Milchproduzenten von morgen“, sagt Torsten Meier. Auch das Futter muss natürlich genau abgestimmt sein: In den ersten drei Tagen gibt es die sogenannte Biestmilch, die der Vormilch bei den Menschen entspricht. Danach erhalten die Kälbchen in den Iglus Milchaustauscher aus dem Nuckeleimer sowie eine Elektrolytlösung.

Mit dem Milchaustauscher geht es den ersten beiden Gruppenbuchten weiter. Dort können sich die Kälber direkt am Fütterungsautomaten der Firma Urban bedienen. Dank eines Mikrochips, den jedes Tier an einem Halsband trägt, weiß die elektronische „Kälbermama“ immer genau, wer gerade nuckelt. Ein Computer registriert, ob noch Milchersatz fließen darf oder die zugeteilte Ration bereits aufgebraucht ist.

Vollautomatisch läuft auch die Reinigung der Tränke-Anlage mitsamt Nuckelbox ab: Ein Spülprogramm mit zwei Reingungsmitteln sorgt für Top-Hygiene. Nach 70 Tagen wird der Austauscher komplett abgesetzt. Und auch das Futter ändert sich zwischendurch: Gab es anfangs Kälberkorn und zusätzlich Stroh, damit der Pansen besser reift, erhalten die Tiere später die volle Kuhration Silofutter. Obendrauf gibt es noch immer eine Portion Kälberkorn.

Eine große Arbeitserleichterung

Zeit ist gerade in einem Milchviehbetrieb ein wichtiger Aspekt. Die Arbeitsbelastung sei schon allein wegen des Melkens sehr hoch, so Klaus Ludwig und Torsten Meier. Vater und Sohn haben sich daher bewusst für den Bau eines „Holsteiner Kälberstalls“ entschieden. Dieser ist durch die Gestaltung der einzelnen Stallsegmente besonders praktisch, was die Bewirtschaftung angeht: Die Gitter der einzelnen Buchten lassen sich so umgeklappen, dass man jeweils auf einem Streifen von vorn bis hinten mit dem Radlader durchfahren kann. „In drei bis vier Stunden habe ich so den kompletten Stall ausgemistet und neu eingestreut“, berichtet Torsten Meier. Zudem gebe es noch einen besonderen Clou: Die beiden Tränkemodule des Fütterungsautomaten können umgeklappt werden, um beim Ausmisten mit dem Frontlader nicht im Weg zu stehen.