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Gräber aus der Bronzezeit

Die Urnen mussten im Archäologischen Museum in Harburg von Hand wieder zusammengesetzt werden

Archäologen legen bei Appel mindestens 2.000 Jahre alte Urnen frei / Großes Gräberfeld vermutet

mi. Appel. Ein beeindruckender Fund wurde jetzt von den Archäologen des Archäologischen Museums Harburg während Ausgrabungsarbeiten bei einem Neubauprojekt im Ortsteil Eversen Heide der Gemeinde Appel gemacht.
Dort legten die Mitarbeiter der Kreisarchäologie ein Grab aus der Bronzezeit (1.200 bis 600 v. Chr.) mit drei Urnen frei. Die Relikte standen in einem Abstand vorn rund 5 Metern zueinander in Steinsetzungen. Mit äußerster Vorsicht begannen die Experten der Kreisarchäologie mit der Bergung der Exponate, konnten jedoch nicht verhindern, dass der nur sehr weich gebrannte Ton bei der Freilegung zerbrach. Die Urnen wurden daher vor Ort in Mullbinden gewickelt und erst im Museum entleert. Grabbeigaben fanden sich in den generell fast immer arm ausgestatteten Gräbern nicht - mit einer Ausnahme: In einer Urne stießen die Archäologen auf einen bronzenen Stift mit Spitze und breitgehämmerten Ende. Vermutlich handelt es sich dabei um eine Schmucknadel oder eine Ahle zur Stoffbearbeitung.
Sicher ist, die in den Urnen bestatteten Toten wurden zuvor auf einem Scheiterhaufen verbrannt und der "Leichenbrand" (die in kleine Stücke zerbrochenen Knochen) dann in die Urnen gefüllt.
Der Fund in Eversen Heide bestätigt die seit Langem gehegte Vermutung, dass sich hier in der Bronzezeit ein sogenannter Urnenfriedhof befand. Schon bei Ausgrabungen während der Erschließung des Gebiets waren seit den 1930ern bis in die 1950er Jahre immer wieder ähnliche Gräber freigelegt worden.
Weil in dem Gebiet demnächst weitere Baumaßnahmen anstehen, hoffen die Archäologen durch weitere Grabungen die Ausmaße des Urnenfelds näher bestimmen zu können.