Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Bundesverdienstkreuz Erster Klasse für Peter Becker

Peter Becker, ein tatkräftiger Gentleman
 
Landrat Rainer Rempe (li.) bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes Erster Klasse an Peter Becker

National und international verdienter Bäckermeister beschränkte sich nicht aufs Brötchenbacken

gb. Hollenstedt. Als „denkwürdigen Anlass“ bezeichnete Landrat Rainer Rempe die Ehrung, die dem Bäckermeister Peter Becker im Rahmen einer festlichen Tafelrunde im „Hollenstedter Hof“ zu Teil wurde. Der 69-jährige Seevetaler wurde für sein außerordentliches berufliches, politisches, und soziales Lebenswerk auf nationaler und internationaler Ebene mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse ausgezeichnet. Neben Freunden und der Familie von Peter Becker nahmen auch
Honoratioren aus Wirtschaft, Politik, und Kultur, unter ihnen der frühere Hamburger Wirtschaftssenator Gunnar Ulldall (CDU) an der Verleihung teil.

In seiner Laudatio zeichnete Rainer Rempe den Lebensweg eines außergewöhnlichen Mannes nach.
Als Spross eines Bäckereibetriebes in Hamburg-Harburg schien dem als Gentleman geachteten Peter Becker dessen beruflicher Weg in die Wiege gelegt zu sein. Doch angesichts der harten Arbeit, die seine Eltern leisten mussten, beschloss der damals 18-Jährige, der vom Gymnasium geflogen war, und auch die Realschule nur mit Ach und Krach überstanden hatte: „Bäcker werde ich nicht.“ Nach einer Verwaltungslehre und dem Abitur auf dem Zweiten Bildungsweg absolvierte Peter Becker letztlich nicht nur seine Bäckerlehre, es folgte der Meisterbrief und das Studium der Betriebswirtschaftslehre. 1975 trat Peter Becker in den väterlichen Betrieb ein, den er 35 Jahre leitete.
Doch alleine auf das Brötchenbacken beschränkte er sich nicht. Peter Becker, der bereits Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande ist, wurde Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks, und der am längsten amtierende Präsident des Bäcker- und Konditorenweltverbandes UIB. Unter seiner Ägide fielen wegweisende Entscheidungen zur Aus- und Weiterbildung sowie zur Qualitätssicherung. Als Vorsitzender des Förderungswerks des Deutschen Bäckerhandwerks gelang ihm die Einführung einer zusätzliche Alterssicherung, der sogenannten „Bäcker-Rente“. Zudem engagierte sich Peter Becker im Vorstand der Akademie des Deutschen Bäckerhandwerks Weinheim, die er zu einer international führenden Bildungseinrichtung des Bäckerhandwerks entwickelte.Sein jüngster Coup ist die erfolgreiche Listung deutschen Brotkultur als immaterielles Weltkulturerbe bei der UNESCO.
Wie selbstverständlich war Peter Becker auch auf lokaler Ebene in seinen beruflichen Gremien als Vorstandsmitglied, stellvertretender Obermeister und Obermeister aktiv. Von 1999 bis 2008 stand er als Präsident der Vollversammlung der Hamburger Handwerkskammer vor. Und auf Bundesebene engagierte er sich seit dem Jahrtausendwechsel als Mitglied des Präsidiums des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, ab 2011 auch als Mitglied des geschäftsführenden Präsidiums sowie als Vorsitzender des Steuerungs- und Finanzausschusses. Im Jahr 2003 übernahm Peter Becker den Vorsitz des Berufsbildungsausschusses des Deutschen Handwerkskammertages, und war darüber hinaus Vorstandsmitglied des Unternehmerverbandes des Deutschen Handwerks. Auf seine Initiative gründete sich 2012 die Arbeitsgemeinschaft Deutsches Lebensmittelhandwerk.

Neben all diesen Aktivitäten leitete Peter Becker einen Betrieb mit 70 Mitarbeitern an fünf Standorten und zog gemeinsam mit seiner Frau zwei Kinder groß. Ende des vergangenen Jahres legte Peter Becker seine Ämter nieder, und seinen Betrieb in die Hände seiner Tochter Wiebke. Seinen wohlverdienten Ruhestand wird Peter Becker zum Teil auch in Kanada oder Boston (USA) verbringen, wo Sohn und Enkelkinder leben. Aber auch das Golfspiel, die Oper und das Theater werden künftig mehr Raum im Leben des Mannes einnehmen, dessen Tag mehr als 24 Stunden zu haben scheint.

Bei all seinen Verdiensten, seiner Tatkraft und seiner Vorbildfunktion blieb Peter Becker bescheiden. In seiner, von sichtbaren Emotionen geprägten Dankesrede sagte der Geehrte „Das ist eine Auszeichnung über die ich mich sehr freue, auf die ich sehr stolz bin, und die ich für alle Ehrenamtsträger im Bäckerhandwerk entgegennehme.“