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DB = Daheim bleiben

Eigentlich wollte ich dieser Tage nach Berlin fahren. Mit der Deutschen Bahn. Nach acht langen Jahren wieder mal in einen Zug steigen. Eigentlich. Doch so wie damals scheint mein Plan auch heute unter keinem guten Stern zu stehen. Damals, zu einer Zeit, als die A1 gerade ausgebaut wurde, entschied ich mich im Hochsommer den Zug für eine Reise von Buchholz nach Münster und zurück zu nehmen. Beide Fahrten wurden zum Desaster. Auf dem Hinweg blieb der IC wegen "technischer Probleme" gefühlt für mehrere Stunden auf freier Strecke stehen. Bei 35 Grad Außentemperatur ohne funktionierende Klimaanlage. Durch den Waggon zog übel riechender Gestank von verbranntem Öl, das sich mit dem Schweißgeruch der in der roten Blechdose auf Schienen vor sich hintriefenden Menschen zu einer ziemlich ekelhaften Note vermischte. Auch die Rückfahrt war alles andere als angenehm. Gleisarbeiten sollen der Grund für eine über einstündige Verspätung gewesen sein, die mich in Bremen den Anschlusszug zurück nach Buchholz verpassen ließ. Die Folge war eine unfreiwillige Weiterfahrt bis nach Hamburg-Harburg, um von dort wieder zurück nach Buchholz zu reisen. Der Buchholzer Bahnhof war indes nicht auf Spätheimkehrer eingestellt, die nach 24 Uhr in der Nordheidestadt eintreffen. Hier war bereits alles finster, und mir war bis dahin nicht klar, dass ich gut daran täte eine Taschenlampe auf Zugreisen mitzuführen.
Mein Drang, mich wieder in einen Zug zu setzen hielt sich danach in engen Grenzen. Nun wollte ich es eigentlich wieder mal probieren. Und was geschieht? Der Chef der Lokführergewerkschaft GDL droht mit neuen Streiks. Die sollen sage und schreibe 24 Stunden vor Beginn angekündigt werden. Die Dauer des Ausstands wird nicht genannt. Na super und vielen Dank dann auch Claus. Weselsky. Meine Hotelbuchung muss ich zwei Tage vorher stornieren, und nicht binnen 24 Stunden. Damit ist klar: ich bleibe daheim. Klar ist auch, das war´s mit mir und der Deutschen Bahn. Dabei habe ich nur ein Luxusproblem. Richtig bitter sind diese Streiks vor allem für Pendler. Die können nämlich nicht einfach zu Hause bleiben.

Gabriele Basilius